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Leverkusen
Keine Genehmigung: Stadt legt City-Baustelle still

Leverkusen: Keine Genehmigung: Stadt legt City-Baustelle still
Gerüste, Umzäunung, Bauschilder:Was derzeit fehlt, sind die Arbeiter, die am Bau weitermachen. Die Stadt bremste das Projekt temporär aus. FOTO: Ulrich Sch�tz
Leverkusen. Weil bereits Arbeiten liefen, die in die Bausubstanz des Hauses eingriffen, für die aber noch keine Genehmigung vorlag, hat die städtische Bauaufsicht die City-Baustelle am ehemaligen Kaufhaus Wehmeyer vorübergehend ausgebremst. Von Peter Korn

Es ist ungewöhnlich still geworden um die Baustelle im Eingangsbereich der Wiesdorfer Luminaden. Dort, wo eigentlich in diesen Tagen schon Frühstücksgäste im Café Extrablatt Zeitung lesen oder Schnäppchenjäger bei Woolworth durch die Gänge flanieren sollten, hatten Beobachter zuletzt wochenlang keinerlei Bautätigkeit mehr bemerkt.

Und das hat seinen Grund, wie sich jetzt herausstellte: Die Baustelle ist nämlich vorübergehend stillgelegt worden. Die Stadt hat nach eigenen Angaben die Arbeiten gestoppt, "weil wichtige Unterlagen für die Baugenehmigung nicht beigebracht wurden".

Die IKP-Immobiliengruppe baut mit dem Entwickler Meteor Real Estate das alte Wehmeyer-Haus um. Auf rund 550 Quadratmetern entsteht demnach eine Filiale des Café Extrablatt. Weitere 1400 Quadratmeter will die Kaufhauskette Woolworth nutzen - Nachrichten, die bei ihrer Bekanntgabe vor allem die Werbegemeinschaft City freuten, aber auch die Stadt Leverkusen.

Genau die hat nun den vorläufigen Stopp verhängt. "Wir hatten keine Wahl", erklärte dazu gestern eine Stadtsprecherin. Die Arbeiten zuvor seien Rückbauarbeiten gewesen, die keiner Baugenehmigung bedurften. Als dann aber im Eingangsbereich mit Arbeiten begonnen worden sei, "die ein Eingriff in die Bausubstanz gewesen sind und die Unterlagen immer noch nicht vorlagen, hat die Bauaufsicht die Baustelle stillgelegt". Und deshalb habe sichplötzlich nichts mehr getan.

Ein Vertreter des Projektentwickler Meteor Real Estate bestätigte die Verfügung der Stadt auf Anfrage. Das ganze sei aber keine große Sache, fügte er hinzu: "Wir hatten einfach noch nicht alle Ladenflächen vermietet, konnten daher also auch noch nicht angeben, welchen Zuschnitt das Gebäude letzten Endes haben würde." Potentielle Interessenten habe es zwar genug gegeben, doch die Gespräche seien nicht immer ganz einfach verlaufen: "Da will der eine dann fünf Meter Fassade in seinem Sinne, der nächste hat etwas dagegen und vieles mehr."

Jeder versuche nun mal für möglichst wenig Miete möglichst viel herauszuschlagen: "Das gehört zum Geschäft, ist zeitlich aber eben nicht immer genau planbar", betont der Projektentwickler.

Eine Lösung hat sich seiner Aussage nach inzwischen gefunden: "Anstatt mehrere kleinere Ladeneinheiten zu bilden, haben wir die gesamte restliche Fläche von etwa 400 Quadratmetern jetzt einem einzigen Mieter zur Verfügung gestellt", sagt er. Die Firma CCC Schuhe des polnischen Multimillionärs Dariusz Milek soll in dem Wiesdorfer City-Geschäftshaus eine Filiale eröffnen. Die Buchstaben CCC stehen demnach für "Cena Czyni Cuda" (übersetzt in etwa: "Der Preis macht Wunder wahr"). Mileks Unternehmensgruppe verkauft rund 15 Millionen Schuhe jährlich. Größter Konkurrent ist die deutsche Schuhhandelskette Deichmann.

"Mit dem Abschluss der Mietverhandlungen haben wir jetzt auch der Stadt Leverkusen die noch ausstehenden Unterlagen zukommen lassen", heißt es bei der Meteor Real Estate. Man gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten vier Wochen die erforderlichen Genehmigungen vorlägen.

Auch die Stadt Leverkusen bestätigte gestern auf Anfrage die jüngste Entwicklung. Inzwischen lägen die Unterlagen vor. Daher könne man nun zumindest für einen Teilbereich des Projekts grünes Licht geben. Seit dieser Woche gebe es eine Teilbaugenehmigung, berichtete die Stadtsprecherin.

Somit dürften in den kommenden Tagen auch die Arbeiten auf der Baustelle wieder aufgenommen werden.

Quelle: RP
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