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Leverkusen
Keine GEZ-Bescheide mehr für Flüchtlinge

Leverkusen. Die Caritas musste immer wieder Gebührenbescheide für Fernsehen und Radio, die fälschlicherweise an Flüchtlinge verschickt wurden, schriftlich ablehnen. Nachdem die RP darüber berichtete, verspricht die GEZ sofortige Besserung. Von Gundhild Tillmanns

Sie haben nicht viel mehr als Leib und Leben retten können: Viele Flüchtlinge kommen mit nichts oder gerade mal einer Plastiktüte in Leverkusen an. In städtische Flüchtlingsunterkünften wie an der Sandstraße eingezogen, bekommen sie fast als Erstes per Post Gebührenbescheide für Radio und Fernsehen von der Gebühreneinzugszentrale (GEZ). Ein Ärgernis.

Doch das soll nun alles anders werden, versicherte Christian Greuel, Sprecher von "Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio", wie sich die GEZ jetzt nennt. Greuel reagierte damit prompt auf die Berichterstattung unserer Zeitung vom Dienstag, dass die Caritas dringend Ehrenamtler benötigt, die sich mit der GEZ auskennen und den Flüchtlingen an der Sandstraße helfen können, um die nicht ordnungsgemäßen Gebührenbescheide abzulehnen. "Problem erkannt, Problem gelöst", meldete der GEZ-Sprecher. Man habe der Caritas mitgeteilt, dass künftig kleine Gebührenbescheide mehr an die Sandstraße verschickt würden. Allerdings liege dem ein Versäumnis der Stadt Leverkusen zugrunde. Der Beitragsservice habe alle Städte angeschrieben, ihre Flüchtlingsunterkünfte zu melden, damit für die Asylbewerber keine Gebührenbescheide herausgeschickt würden. Dies konnte die Stadt nicht bestätigen. Stadtsprecherin Julia Trick betonte auf Nachfrage: "Es gibt bei uns kein solches Schreiben." Weder beim Meldewesen, noch im Sozialbereich liege etwas von der GEZ bzw. Beitragsservice ARD, ZDF, Deutschrandradio vor.

Freude herrscht bei der Caritas: "Auf einmal geht es", jubelte Caritas-Abteilungsleiter Hieronymus Messing. Nun könnten hoffentlich auch bei den anderen Unterkünften viele Ärgernisse und unnötige Arbeit entfallen. "Die Flüchtlinge bekommen den Gebührenbescheid und lassen ihn entweder liegen, weil sie ihn nicht verstehen. Die meisten gehen damit aber zu unseren Flüchtlingsberatern, und die mussten bisher immer wieder aufs Neue die GEZ anschreiben", berichtet Lioba Engels-Barry von der Caritas. Für Messing war dies insbesondere ein Ärgernis, weil die Caritas in den vergangenen Jahren immer wieder ergebnislos versucht habe, beim Beitragsservice auf ihre Briefe hin Gehör zu finden. Nun werde mit Argusaugen drauf geschaut, ob sich das tatsächlich bessern werde: "Und nicht nur für die Sammelunterkünfte, sondern auch für die Einzelwohnungen der Flüchtlinge", betont Messing.

Quelle: RP
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