| 00.00 Uhr

Leverkusen
Kinder von Haus Nazareth bauen Nistkästen für Meise und Wildbiene

Leverkusen: Kinder von Haus Nazareth bauen Nistkästen für Meise und Wildbiene
Nistkasten-Kursus der Nabu-Naturschutzstation: Martina Schulze zeigt Aroha (l.) und Larissa, wie das Dach montiert wird. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die zehnjährige Aroha ist schon ganz aufgeregt. Sie liebt die Natur und all die Tiere und Pflanzen, die damit zusammenhängen. Und sie weiß auch: Der Mensch muss dem Tier manchmal ein wenig unter die Arme greifen. Beziehungsweise unter die Flügel. Also bauten sie und elf weitere Kinder im Alter zwischen zehn und 15 Jahren aus den verschiedensten Gruppen der Hilfseinrichtung Haus Nazareth jetzt in liebevoller Handarbeit Nistkästen für Vögel und Wildbienen. Von Tobias Brücker

100 Plätze bietet die Schlebuscher Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, in der die Mitarbeiter sich um Kinder mit sozialen und emotionalen Störungen kümmern. Alle Plätze sind derzeit belegt. Das Wort "Kinderheim", das in diesem Zusammenhang oft gefallen sei, betont Einrichtungsleiter Thorsten Lopmann, sei tabu. Das passt nicht ins Selbstverständnis der Einrichtung. "Das trifft es überhaupt nicht", sagt der 47-Jährige - wenngleich einige Kinder in der Einrichtung lebten. Der Schwerpunkt liege auf einem heilpädagogisch-therapeutischen Ansatz.

Der fordert unterschiedliche Methoden - wie zum Beispiel die Psychotherapie oder einfache Bewegungsangebote mit dem Pferd. Letzteres führt zurück zum Thema: Natur. "Sie ist ein wichtiger Zugang, weil die Kinder viel mit ihr verbinden", betont Lopmann. Im hauseigenen Garten lernen sie so, sich um Dinge zu kümmern und auch auf Mitmenschen Acht zu geben, beschreibt er. Er nahm das Angebot des Nabu deshalb auch dankend an.

Naturpädagogin Martina Schulze holte einen blauen Sack aus dem Kofferraum ihres Wagens. Seit vielen Jahren arbeitet die 60-Jährige mit den Naturschützern zusammen. Sie erklärte, worauf es beim Bau der Nistkästen für Blau- und Kohlmeise ankommt: "Die Blaumeise ist deutlich kleiner und benötigt daher ein kleineres Einflugsloch - sonst nistet sich die Kohlmeise ein."

Während für die Vogelwohnungen Baukästen vorbereitet waren, sind Wildbienen deutlich anspruchsloser. Eine Konservendose, gefüllt mit Gibbs und hohlen Ästen reicht. "Wildbienen sind so klein, die erkennt man gar nicht als Bienen", beschrieb Schulze. Eines aber wäre den Insekten dann doch ganz lieb: Ihr Zuhause sollte möglichst trocken und süd-östlich ausgerichtet sein - denn sonst regnet es in die Bude. Und das wollte nun wirklich niemand von den jungen Helfern. .

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Kinder von Haus Nazareth bauen Nistkästen für Meise und Wildbiene


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.