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Leverkusen/Leichlingen
Kinderpornografie: Einstige Freunde widersprechen sich

Leverkusen/Leichlingen: Kinderpornografie: Einstige Freunde widersprechen sich
Der Fall wurde am Amtsgericht Opladen verhandelt. (Symbolbild) FOTO: UM
Leverkusen/Leichlingen. Um kinderpornografische Bilder und Videos, die im März 2015 auf einem Laptop in einem Leichlinger Wohnhaus gefunden und sichergestellt worden waren, ging es in einer erneuten Verhandlung am Amtsgericht in Opladen. Von Tobias Brücker

Der 54-jährige Angeklagte bestritt, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Die Ermittler hatten sich auf das Haus konzentriert, weil von dem dortigen Internetanschluss ein kinderpornografisches Video für andere Nutzer ins Netz gestellt worden war. Die Anklage wegen Verbreitung der Inhalte ist allerdings inzwischen eingestellt, da die Polizei keine Software, die unter anderem zur Verbreitung notwendig gewesen wäre, hatte finden können.

Der Angeklagte berief sich über seinen Anwalt darauf, dass sein Laptop öffentlich zugänglich gewesen sei. Zum Zeitpunkt der Durchsuchung sowie die Jahre vorher wohnte der 54-Jährige mit einem langjährigen Freund zusammen, sei aber häufig im Urlaub gewesen.

Der 47-jährige Mitbewohner widersprach dem massiv, betonte, nur er selbst sei arbeiten gewesen. Der Angeklagte habe nur vor dem Fernseher gesessen, die Wohnung nie für längere Zeit verlassen. Während der Durchsuchung habe der 54-Jährige ihn zudem mehrmals genötigt, nichts zu sagen und Tablet-PC sowie Laptop nicht auszuhändigen. "Aber ich hatte nichts zu verbergen", sagte der Mitbewohner.

Der Verteidiger erklärte, es liege sehr wohl eine eidesstattliche Erklärung zweier Personen vor, wonach der Angeklagte häufig aus dem Haus gewesen sei. Eine weitere Person, die allerdings in Tokio lebt, könne bezeugen, dass der 54-Jährige zum Zeitpunkt, als das Video hochgeladen wurde und damit die Hausdurchsuchung ausgelöst wurde, in England verweilte.

Die Hausdurchsuchung hatte nur wenig Klarheit gebracht. Zwar wurden auf dem Rechner kinderpornografische Inhalte gefunden. Wem der Computer aber gehört, dafür gibt es nur Anhaltspunkte. Fakt ist, dass persönliche Bilder und Dokumente des Angeklagten gefunden wurden. Eine Verwendung durch eine weitere Person kann laut Verteidigung jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Am Dienstag, 11. Juli, wird die Verhandlung wieder aufgenommen.

Quelle: RP
 
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