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Leverkusen
Kinopolis bietet Filme in 4D an

Leverkusen: Kinopolis bietet Filme in 4D an
Gut festhalten: In Saal vier des Kinopolis wurde eine Sitzreihe mit der neuen Technik ausgestattet. Einen Film auf einem der "D-Box-Sitze" zu verfolgen, kostet sechs Euro. FOTO: UM
Leverkusen. Im Kino in Wiesdorf gibt es nun Sitze, die synchron zum Geschehen auf der Leinwand vibrieren und sich bewegen. Von Tobias Falke

1974 wurde das Kino revolutioniert. Der Katastrophenfilm "Erdbeben" mit Charlton Heston und Ava Gardner lockte ein Millionen-Publikum ins Kino, darunter auch viele "Nicht-Cineasten". Denn der wirkliche Star des Films war der so genannte Sensurround-Ton. In manchen Kinos, unter anderem im nicht mehr existierenden Kino Germania in Opladen, wurden bis zu drei Sitzreihen abmontiert, um Platz für die neue Sound-Anlage zu schaffen. Diese erzeugte einen so großen Schalldruck, dass die Sitze und Wände im Kinosaal vibrierten. So entstand der Eindruck eines echten Erdbebens und manche Kinobesucher verließen sogar fluchtartig den Saal.

Nach 4K-Projektoren und 3D-Filmen folgt nun die nächste Neuerung. Das Kinopolis Leverkusen zählt deutschlandweit zu den momentan drei einzigen Kinos, die "D-Box-Sitze" anbieten. Im 650 Plätze umfassenden Saal 4 haben Kinobetreiber Helmut Brunotte und Peter Hebbel nun eine neue Ära des cineastischen Erlebnisses eingeläutet: Eine spezielle Sitzreihe bietet ab sofort ein 4D-Erlebnis an. "Wer sich also in Zukunft solch einen Platz bucht, der wird dann während des Films in Bewegung gehalten", verspricht Theaterleiter Marius Busch. Die RP-Redaktion durfte sich von den neuen Stühlen ein eigenes Bild (oder besser: einen eigenen Ton) machen.

Gezeigt wurde der Film "Die Tribute von Panem - Mockingjay 2". Hier spürt man jede einzelne Explosion, Hubschraubergeräusche oder hektische Bewegung. Der Sitz bewegt sich dabei gerne mal von links nach rechts oder von oben nach unten, je nachdem, was gerade im Film passiert. "Die Filme werden zusätzlich für diese Sitze nachbearbeitet", erklärt Michael Brüggehagen, verantwortlich für die Filmdisposition. Da die Nachbearbeitungs-Kosten hier bei rund 5000 Euro pro Film lägen, würden nur ausgewählte Filme auf das neue Angebot zurückgreifen. In naher Zukunft wird unter anderem Star Wars für das neue Kinoerlebnis gewappnet sein. "Klar ist, dass hauptsächlich actiongeladene Blockbuster hiervon profitieren", erzählt Brüggemann weiter.

Bei der Sitzprobe zum Film Mockingjay 2 gab es zum Beispiel lange Redepassagen, dort bewegte sich der Sitz überhaupt nicht. Doch bei den Actionszenen konnten die neuen Sitze überzeugen. Und wer sich noch nicht ganz wohl bei der Sache fühlt, der kann den Sitz dann auch erst mal ausstellen. "Insgesamt gibt es vier verschiedene Stufen, die man am Sitz persönlich einstellen kann", erklärte uns Marius Busch.

Trotz der Bewegungen stören die Sitze andere Besucher nicht, glaubt man den Aussagen der Kinobesucher, die bei der Probe hinter den neuen Sitzen saßen. Einziges kleines Manko: Die neue Technik muss auch zusätzlich bezahlt werden, für der Besucher wird ein Sitz-Aufpreis von sechs Euro pro Film fällig. Zur beliebten Haupt-Kino-Zeit am Samstagabend kann ein solcher 4D-Film dann also gerne mal 22 Euro kosten.

Quelle: RP
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