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Leverkusen
Kirchenkreis erreicht früher als 2020 schwarze Null

Leverkusen. Es gab kein Drama, obwohl wichtigster Tagesordnungspunkt die Finanzen waren - wie bei jeder Herbstsynode des Kirchenkreises Leverkusen. 2013/14 gab es ein Defizit von mehr als 500.000 Euro. Daraufhin hatte die Synode bis 2020 die "schwarze Null" vereinbart. Das Ziel wird voraussichtlich schneller erreicht, denn eine Verringerung um 400.000 Euro ist geschafft. Trotz steigender Personalkosten, betont Superintendent Gert-René Loerken. Immerhin ist das mit rund 90 Prozent der höchste Posten im Etat, der nach Abzug von Umlagen und staatlichen Verwaltungskosten in 2018 bei 2,23 Mio. Euro liegen wird. Von Monika Klein

Das ist kaum mehr als in den vergangenen drei Jahren, obwohl das Kirchensteueraufkommen, aber auch die landeskirchlichen Umlagen gestiegen sind. Eingespart wurde bei den "Funktionspfarrstellen" in Seelsorge und Schulreferat. Die seelsorgerliche Begleitung in Krankenhäusern und Altenheimen, die von Hauptamtlichen geleistet wird, sollen künftig mehr Ehrenamtliche übernehmen, die dafür geschult sind. Ein Ausbildungsgang ist im Herbst angelaufen, der Frühjahrskurs ist ausgebucht. Ein dritter startet im September 2018. Es sind nicht nur Ruheständler, die eine solide Ausbildung für ihr Ehrenamt anstreben, sondern auch voll Berufstätige, etwa Ärzte.

Die letzten 100.000 Euro Defizit sollen im Diakonischen Werk eingespart werden, das stark gewachsen ist - das Personal hat sich verfünffacht. "Das geht so nicht weiter", sagt Loerken und erklärt, dass Diakonie nie selbsttragend ist. Der Bereich der stationären und ambulanten Pflege trage sich zwar, sei aber ein umkämpfter Markt, auf dem größere und somit wirtschaftlichere Anbieter agieren. Als Richtgröße gelte ein Jahresumsatz von 20 Mio. Euro, das Diakonische Werk Leverkusen liege bei fünf. Im Bereich der Armutsdiakonie gebe es keine Refinanzierung: "Die Menschen sind auf Hilfe angewiesen und können sie nicht bezahlen." Ein Lenkungsausschuss soll bis Herbst 2018 eine Perspektive entwickeln: Entweder das Angebot runterfahren, was Loerken "tragisch" findet, oder mit anderen Trägern zusammengehen.

Auch die Entwicklung in Manfort, die allgemein als positiv angesehen wird, war Thema. Bis auf die kleine Widerstandsgruppe, die vergeblich ein Verfahren bei der Landeskirche anstrebte, registrierte Loerken eine gute Stimmung, als er Sonntag den Gottesdienst in der Johanneskirche hielt. Er sei erstaunt, wie viele Menschen aktiv sind, in den Gruppen, in der Nachbarschaftsarbeit, im neuen Umsonstladen, im Jugendwerk und der Erwachsenenbildung. "Es wächst dort etwas", so schnell, dass es Raumprobleme gebe, etwa bei Sprachkursen. Die Gemeinde Wiesdorf, die einen Teil der Manforter Gemeinde übernommen hat, wolle sich umbenennen, um dem Zuschnitt gerecht zu werden.

Quelle: RP
 
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