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Leverkusen
Klangkulissen mit Trommeln aus aller Welt

Leverkusen. Schlagzeuger spielen in Bands meist im Hintergrund, erzeugen den Rhythmus und dürfen an und ab auch mal ein Solo spielen. Dass man mit Percussions allerdings mehr als nur den Takt vorgibt, bewies nun eindrucksvoll das Ensemble "Elbtonal Percussion". Auf ihrer Jubiläumstour zum 20-jährigen Bestehen präsentierten die vier Hamburger im Forum vor ausverkauftem Haus die breite Vielfalt des Trommelns. Von Tobias Falke

Gespielt wurde unter anderem auf Marimba, Vibrafon, Pauken, Klangschalen, Gongs, Cajón oder Becken. Dabei ging es mal klassisch zu, mal wurden Jazz-Elemente eingebaut - oder man fühlte sich durch Samba Klänge fast wie beim berühmten Karneval in Rio. Leise Töne erzeugten eine anhaltende Spannung, lautes Trommeln und Schlachtrufe wuchtige Klänge. Die Vielseitigkeit der Instrumente verblüfft. Das Stück "Trio per Uno" von Nebosja Jovan Zivkovic wurde zum Beispiel an einer großen Trommel gespielt, die insgesamt Platz für drei Künstler bot.

Trotz der individuellen Spielweise dieses schnellen Stückes, war durch eine technische Perfektion eine einheitliche Performance für das Publikum erlebbar. Die Zuhörer zollten gehörigen Respekt, den sie durch minutenlangen Applaus nach jedem einzelnen Stück offenlegten. Elbtonal Percussion ist kein gewöhnliches Trommel- und Rhythmus-Ensemble. Sie zeigen dem Publikum die ganze Vielfalt der Percussion-Instrumente aus aller Welt - wie zum Beispiel das Balafon. Dabei handelt es sich um ein in Westafrika hergestelltes Xylofon, das mit hohlen Kürbissen versehen ist, die als Resonanzkörper dienen. "Es ist nicht unbedingt einfach, solche Instrumente in den deutschen 4/4-Takt-Hintergrund zu integrieren", meinte Ensemble-Mitglied Jan-Frederick Behrend augenzwinkernd. Ebenfalls beeindruckend sind die Teiko-Trommeln. Die aus einem Baumstamm hergestellten riesigen Röhren bekamen die Musiker bei ihrer Asienreise auf einer Insel gezeigt - von Mönchen.

Außerdem überzeugte das Ensemble im Forum auch mit einigen Showelementen. Die Musiker beschäftigten sich unter anderem mit Alltagsgegenständen wie Kochbesteck, jonglierten mit Putzeimern, Plastikregentonnen oder Blechtellern - und vergaßen bei alldem den Rhythmus nicht. Stilechte Kochmützen und Schürzen durften dabei natürlich nicht fehlen.

Besonders stark: "Lift Off", ein Stück des amerikanischen Komponisten Russel Peck, wurde von drei Mann auf insgesamt neun Tomtoms gespielt. Dabei simulierten sie den Start von Helicoptern durch schnelle, rollende und immer lauter werdende Schläge. Hier entstand eine bewegende Klangkulisse. Bisweilen hatte man im Zuschauerraum tatsächlich den Eindruck, dass ein Hubschrauber über dem Publikum kreise. Elbtonal Percussion wurde von den vier Künstlern Jan-Frederick Behrend, Andrej Kauffmann, Stephan Krause und Wolfgang Rummel 1996 gegründet, die immer noch alle zum Ensemble gehören. Sie sind mittlerweile auch über die europäischen Grenzen hinaus bekannt und spielen bei international renommierte Festivals wie das Iwamizawa Dance and Art-Festival in Sapporo (Japan.)

Info www.elbtonalpercussion.de

Quelle: RP
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