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Leverkusen
Kleine Erfrischung auf der Schiffsbrücke

Leverkusen. Endlich: Am Sonntag wird die Schiffsbrücke über den alten Wupperarm offiziell eröffnet. Ein Kiosk und ein Café laden zum Verweilen nahe des Rheinufers ein. Speziell für die Ehrenamtlichen ist der Sonntag ein (lang ersehnter) Festtag. Von Monika Klein

Am Ostersonntag klappt es endlich: Die Schiffsbrücke startet den Betrieb mit Café und Kiosk. Wenn das Wetter mitspielt, dann dürfte sie den ersten Ansturm von Wanderern und Fahrradfahrern erleben, die hier eine kleine Pause einlegen, um sich zu erfrischen oder den kleinen Hunger zu stillen. Zu Würstchen oder Frikadelle mit Brot werden kalte und heiße Getränke angeboten. Außerdem gibt es eine kleine Kuchenauswahl.

Alles, was auf der Karte steht, ist "Bio" betont Gisela Schindler von der Beschäftigungsfirma "neue Arbeit Rhein-Wupper" im diakonischen Werk Leverkusen. Angefangen vom fair gehandelten Kaffee über Apfelschorle und Fruchtsäfte aus kleinen Familienbetrieben bis hin zu den Gummibärchen, die neben Schokoriegeln und Keksen am Kiosk verkauft werden. Würstchen und Frikadellen liefert die Biometzgerei Müller. Café und Kiosk werden zunächst von zwei Hauptamtlichen und einigen geringfügig Beschäftigten betrieben.

Auf diesen Augenblick haben die Ehrenamtlichen, die zunächst einmal Unterschriften zum Erhalt der Schiffe "Einigkeit" und "Recht" und "Freiheit" sammelten, fast 20 Jahre warten müssen. Jede Menge Energie und Zeit haben sie investiert, und vor allem Nerven, denn unterwegs musste so manches Problem geknackt werden. Gabriele Pelzer und Karl Lange sind für ihr Engagement im Januar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Die Ehrung haben sie, mit dem Hinweis auf eine ganze beteiligte Crew, lächelnd entgegengenommen.

Bei der jetzigen Pressekonferenz strahlten sie mit der Sonne um die Wette. Arbeitslos werden sie und die weiteren 45 Mitglieder des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung, die nicht nur öffentliche Mittel beschafften und Sponsoren gewannen, sondern auch beim Innenausbau, bei Elektrik, Installations- und Sanitärarbeiten kräftig Hand anlegten, aber noch nicht. Als Eigentümergemeinschaft haben sie für Instandhaltung, Wartung und Pflege zu sorgen. Jeden Morgen muss jemand vor Ort sein, der um zehn Uhr die Tore der Schiffsbrücke aufschließt und zwei Stunden Wache schiebt, bis um zwölf Uhr der Café- und Kioskbetrieb startet, der in den Sommermonaten dienstags bis sonntags bis 20 Uhr offen ist.

Von November bis März werden die Öffnungszeiten reduziert auf Samstag und Sonntag von zwölf bis 16 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten sind Überwachungskameras eingeschaltet, nachts übernimmt der Wachdienst Kobra. Die Zulieferung ist aufwendig, denn die Schiffsbrücke befindet sich mitten im Landschaftsschutzgebiet, ohne richtige Zufahrtsstraßen. Ein Biergarten an Land sei deswegen auch nicht genehmigungsfähig, sagt Gabriele Pelzer. Aber das kleine Café können auch Vereine oder Privatleute bei ihr anmieten.

Jetzt hoffen alle auf gutes Wetter und Umsatz, damit bald etwas Geld in die Kasse kommt. Bisher hat die einzige Schiffsbrücke ihrer Art nur gekostet: insgesamt rund 2 Millionen Euro.

Quelle: RP
 
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