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Leverkusen
Kleine Reisen in die Vergangenheit

Leverkusen. Wenn Michael Gutbier von geschichtlich relevanten Ereignissen in und um Leverkusen spricht, glänzen seine blauen Augen. Der Vorsitzende des Opladener Geschichtsvereins gründete den Vorläufer, als er erst elf Jahre alt war. Für ihn sind geschichtliche Ereignisse ein Vehikel, um die Gegenwart besser zu verstehen. "Klassisch setzt das Interesse erst im Alter ein", erzählte der 48-Jährige am Sonntag beim 13. Geschichtsfest in der Opladener Vila Römer. Jugendliche machten sich nicht viel aus Geschichte - zu verstaubt das Bild, das sie mit der Materie verbinden. Insgesamt besuchten bis zum Mittag 120 Leute die Villa. Das Fest stand im Rahmen des europaweiten "Tag des offenen Denkmals" unter dem Motto: gemeinsam Denkmäler erhalten. Von Tobias Brücker

"Leverkusen wurde zwar erst 1930 gegründet, das heißt aber nicht, dass es keine Geschichte hat", sagte Jochen Simon. Der 53-Jährige ist einer von zwei Denkmalschützern der Stadt und für den südlichen Teil Leverkusens (Schlebusch, Steinbüchel bis Wiesdorf) zuständig. Mit einem unentgeltlich geliehenen Linienbus der Wupsi fuhren er und sein Kollege Gregor Schier Interessierte zweimal zu besonderen Orten. Etwas enttäuscht erzählte er, es seien nur sieben Menschen dabei gewesen.

Mit seiner Gruppe fuhr Simon unter anderem zur St.-Thomas-Morus-Kirche. Deren Dach ist einsturzgefährdet (wir berichteten). Daher darf sie normalerweise nicht betreten werden - bis auf gestern. "Es ist beeindruckend zu sehen, wie der Innenraum voller Gerüste gestellt ist", betonte er mahnend. Generell gehe es ihm nicht darum, jeden Pfeiler zu retten. "Das Ganze ist wichtig", erklärte Simon.

Im Geschichtsverein ist man zuversichtlich, für die Zukunft gerüstet zu sein. Denn es arbeiten auch einige Studenten mit. Darüber hinaus versucht der Verein, mit der Zeit zu gehen: Er kommuniziert über Facebook und bietet Führungen via App auf dem Smartphone.

Quelle: RP
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