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Leverkusen
Klettergarten - mit Sicherheit macht es Spaß

Leverkusen: Klettergarten - mit Sicherheit macht es Spaß
RP-Praktikant Marvin Brüggendiek beim Test im Klettergarten Birkenberg. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Leverkusen. Zuletzt musste die Feuerwehr am Birkenberg eingreifen. Der Park legt dabei größten Wert auf Schutzmaßnahmen. Von Marvin Brüggendiek

Wackelig beginnt der Aufstieg in den Panoramaparkour des Klettergarten Birkenberg. Zwar schützt das Sicherungsseil vor einem Sturz in die Tiefe, trägt jedoch nicht zum Gleichgewicht beim Balanceakt über eine Art Seiltreppe zur ersten, in fünf Metern Höhe gelegenen, Ebene bei. Gleich danach geht es über ein einziges zwischen den beiden Plattformen gespanntes Seil zur nächsten Station, lediglich einige von oben herabhängende Stricke bieten Halt bei der Überquerung.

14 Hürden dieser Art gilt es als Kletterer am Birkenberg zu überwinden, um den Parkour, der sich insgesamt auf einer Fläche von knapp 6000 m² - in etwa der größe eines Fußballfeldes - erstreckt, erfolgreich zu absolvieren. Dabei bleibt es aber nicht bei den anfänglichen fünf Metern. Zuletzt machte der Höhengarten mit einem Rettungseinsatz auf sich aufmerksam, bei dem ein Mann in rund sechs Metern Höhe im Sicherheitsgurt in der Luft festhing und nicht weiter konnte. Da das Abseilgerät klemmte, hatten die Betreuer die Feuerwehr gerufen, die den unverletzten Besucher mit einer Trage abseilten.

Um solche Vorfälle eigentlich zu vermeiden, werden das betroffene Höhensicherungsgerät, und alle anderen für die Sicherung erforderlichen Materialien regelmäßig vor Saisonbeginn eingeschickt und von einem externen Sachkundigen geprüft und gewartet. Ebenso muss sich die gesamte Anlage, die überwiegend aus besonders stabilen Douglasienstämmen auf einem Betonfundament besteht, neben der täglichen Funktionskontrolle, einer regelmäßigen Prüfung durch einen Fachmann unterziehen. Insgesamt koste die komplette Wartung der Anlage und der Geräte im Jahr etwa 5000 Euro, falls Reparaturbedarf bestehe mehr, sagt Valentin Kern, Geschäftsleiter des Parks.

Ein Blick von der zweiten Ebene aus neun Metern Höhe verdeutlicht, warum hier so viel Wert auf Sicherheit gelegt wird, denn bei einem Sturz, bewahrt auch die Landung auf der Grünen Wiese unter der Anlage nicht vor schlimmen Verletzungen. Deshalb weisen die Betreuer - an den orange-farbenen Helmen zu erkennen, jeden der etwa 20 000 Besucher pro Saison von April bis Oktober in die Sicherheitsvorschriften und die Einzelheiten ihrer Ausrüstung ein.

Für besonders mutige Gäste besteht am Ende des Parcours die Möglichkeit auf einen Adrenalin-Kick. Mit 13 Metern bildet der "Powerfan" den höchsten Punkt der Anlage. Wem die Kletterpartie in luftiger Höhe noch nicht genug war, kann sich dort von einer Holzplanke stürzen. Wer schon im Schwimmbad von einem Zehn-Meter-Turm gesprungen ist, kann erahnen, welcher Anblick sich einem noch drei Meter höher bietet. Bei der Hauptatraktion des Klettergartens treibt der Besucher im Sturz mit seinem Körpergewicht einen Ventilator in der Winde an, der die Fallenergie völlig kompensiert und somit einen sanft gebremsten Empfang am Boden ermöglicht.

Jeder der rund 15 im Klettergarten Birkenberg beschäftigten Trainer ist nach den Standards des Europäischen Dachverbandes für Kletterparks, der "European Ropes Course Association" (ERCA), speziell für die Kletteranlage ausgebildet worden und durchläuft jedes Jahr ein Auffrischungstraining.

Konkrete Neuerungen an der Kletteranlage sind bis jetzt noch nicht geplant, aber es wird überlegt, nach dem Vorbild einiger anderer Hochseilgärten, einen Anbau für behindertengerechtes Klettern zu entwerfen, bei dem Beispielsweise auch Rollstuhlfahrer am Klettererlebnis teilhaben können.

Quelle: RP
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