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Leverkusen
Klinikum kooperiert mit polnischer Uni

Leverkusen. Medizin kennt keine Landesgrenzen. Schon gar nicht, wenn es um den Austausch von Fachwissen geht. Den wollen das Klinikum und die Fachleute des polnischen Universitätsklinikums Rzeszow nun intensiv pflegen. Gestern wurde das schriftlich vereinbart - in einem Partnerschaftsvertrag, der im Rathaus unterzeichnet wurde. Dr. Jürgen Zumbé, Ärztlicher Direktor des Klinikums, und Justyna Lis, Stellvertretende Direktorin des Universitätsklinikums Rzeszow, haben den Vertrag signiert. Von Ludmilla Hauser

Konkret geht es um die Zusammenarbeit zu "da Vinci", einem roboterassistierten Verfahren, das das Klinikum seit einigen Jahren vor allem bei urologischen und gynäkologischen Operationen einsetzt. Gearbeitet wird dabei minimalinvasiv. "Der operierende Arzt lenkt mithilfe extrem sensibler Instrumente, die er mit den Fingern und Händen von einer Konsole aus steuert, die Operationsvorgänge am und im Körper des Patienten. Dies ist auch dann möglich, wenn sich der Patient gar nicht im selben Raum befindet", heißt es aus dem Klinikum. "Rein theoretisch könnte man mithilfe dieses Verfahrens sogar einen Menschen auf einem anderen Kontinent operieren. Aber das wäre natürlich in keinster Weise sinnvoll", merkte Zumbé an, um hinterherzuschieben: "Keine Technik der Welt kann im OP den Faktor Mensch ersetzen." Da Vinci sei ein Hilfsmittel und diene nur dann dem Patienten, wenn er auch von einem qualifizierten Operateur angewandt werde.

Dass das Wissen um das Verfahren nun auch an das polnische Uniklinikum herangetragen wird, freut Zumbé. Die Unterstützung aus Schlebusch läuft - laut Vertrag - insbesondere durch Schulungen des medizinischen Fachpersonals.

Von dieser "Brücke zu den polnischen Kollegen und dem wissenschaftlichen Austausch" profitiere auch das Klinikum Leverkusen, betont der Chefarzt der Urologie.

Justyna Lis unterstrich beim Besuch gestern den großen Nutzen für zahlreiche Patienten. Rzeszow sei etwa so groß wie Leverkusen, das Universitätsklinikum sei jedoch für die gesundheitliche Versorgung der gesamten Region zuständig - und damit für 70.000 bis 80.000 Patienten pro Jahr.

Jürgen Zumbé bezeichnete den Vertrag gestern bei der Unterzeichnung als "Meilenstein" auf dem Weg zu einer noch engeren Zusammenarbeit. Noch für dieses Jahr sei ein internationales Symposium geplant.

Quelle: RP
 
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