| 12.20 Uhr

Von Leverkusen nach Köln
Mit einer Diva bei den "Kölner Lichtern"

"Kölner Lichter" 2016 - die Bilder
"Kölner Lichter" 2016 - die Bilder FOTO: dpa, mku tmk
Köln/Leverkusen. Es passte einfach alles: 22 Grad, ein laues Lüftchen, klare Sicht auf Hohenzollernbrücke und Dom. Die Pole-Position war eingenommen. Der Countdown zum Spektakulärsten, was Deutschland an Feuerwerk zu bieten hat, lief. Von Siegfried Grass

Und dennoch war für die 160 Gäste auf der "Oceandiva Futura", eins von drei Schiffen, auf dem sich einige Hundert Leverkusener zu den Kölner Lichtern 2015 chauffieren ließen, alles sehr entspannt. Auch für Kapitän Jan Baptiste Kiefer, der das Kommando auf der 60 Meter "schwimmenden Eventlocation" hat.

Schließlich schippert er schon 42 Jahre auf den europäischen Binnengewässern. "Es läuft alles nach einem genauen Plan ab", klärte er auf. "Den habe ich mir natürlich genau angesehen. Es dürfte keine Probleme geben." So fiel auch sein Fazit aus, als sein futuristisch anmutendes Boot nachts um halb zwei Uhr wieder am Leverkusener Steg anlegte. Die letzte Feinarbeit auf dem Kommandostand nahm er persönlich mit viel Fingerspitzengefühl vor, 160 Gäste – noch immer beeindruckt von den vielen Kölner Lichtern am Himmel und am Ufer – wurden unterhalb der "Wacht am Rhein" in die dunkle Nacht entlassen.

Kapitän Jan Baptiste Kiefer hat das Kommando auf der 60 Meter "schwimmenden Eventlocation". FOTO: Miserius, Uwe

Denn "die Lichter" finden nicht nur in Form des halbstündigen Spektakels am Kölner Himmel statt, sondern über viele Stunden zuvor bereits an beiden Seiten des Stroms. Obwohl der "Geheimtipp" von Organisator Werner Nolden doch nicht so verstohlen war – denn dann hätten die vielen hundert Reisenden auf der Oceandiva, der Loreley Star und der Confluentia, die von Leverkusen aus auf die Reise gingen, davon ja nichts gewusst. Aber es war auf jeden Fall die ausgeruhteste Art und Weise, sich unters Millionenpublikum in Köln zu mischen. Kein Stress auf den Straßen, keine Fahrt in überfüllten Zügen, kein Gedränge nach der besten Aussicht. Was natürlich auch seinen Preis hatte…

Die ausgeruhte Premium-Variante auf der Oceandiva hatte kein Unterhaltungsprogramm vorgesehen, obwohl in Eventmanager Wouten Goossens und Partymanager Christoph Huhn zwei Männer vom Fach an Bord waren. Dafür hatten sie im Blick, dass die Gäste immer ausreichend mit (im Preis inbegriffenen) Getränken und Speisen (am Buffet) versorgt waren. Auch Kapitän Kieffer blieb ganz gelassen, als die Abfahrt sich um eine Viertelstunde verzögert hatte: "Wir haben sehr viel Zeit."

Fotos: Kölner Lichter 2014: "Die wilden 70er" FOTO: Miserius, Uwe

Und so zog das Schiff gemächlich mit einer Geschwindigkeit von etwa zehn Stundenkilometern rheinaufwärts, vorbei an der immer wieder sehenswerten Lichterkulisse des Bayerwerks (dessen Pracht man allerdings erst im Dunkeln auf der Heimreise richtig genießen konnte), an den vielen Sonnenhungrigen auf beiden Seiten des Flusses, kroch unter sämtlichen sieben Kölner Rheinbrücken hindurch, um sich dann bereits um kurz nach neun Uhr am Rheinkilometer 677 wieder in die andere Richtung zu orientieren. Vom Oberdeck ergab sich ein wahrlich beeindruckender Blick auf das Stelldichein der fünfzig Passagierschiffe, die sich zum Konvoi formierten. Man fühlte sich fast schon an ein Formel-I-Autorennen erinnert, wenn die Gefährte ihre Startposition einnehmen.

Kurz nach 22 Uhr machte sich die Eskorte, angeführt von einem Polizeiboot mit Blaulicht, gen Dom auf, vorbei auch an den ersten kleineren Privat-Feuerwerken wie beispielsweise in Rodenkirchen. Oder an der neuen Deutzer Freilufttreppe, die es ganz knapp nicht geschafft hatte, vor dem Lichter-Spektakel fertig zu werden, die dafür aber ebenfalls das Gefolge mit Feuer-Fontänen begrüßte. Oder an den dichtgedrängten Menschen auf der Hohenzollernbrücke und am Ufer, die mit ihren Wunderkerzen winkten und ein Gänsehaut-Gefühl vermittelten. Das ist nur vergleichbar, wenn man im Kölner Rosenmontagszug mitmacht, meinte ein Gast.

Fotos: Bilder der "Kölner Lichter" 2013 FOTO: dpa, Federico Gambarini

Noch einmal wurde die Richtung jenseits der Mühlheimer Brücke gewechselt, um dann pünktlich zum Showdown, direkt vor dem Ufer des Tanzbrunnens, die Premium-Position einzunehmen. Die von Radio Köln eingespielte Übertragung bestätigte noch einmal die idealen Voraussetzungen. Was dann folgte, lässt sich kaum beschreiben: "Wahnsinn" war das wohl am meisten gehörte Wort.

Es blieben noch einige Minuten auf dem Oberdeck der "Diva", das gerade Erlebte noch einmal sacken zu lassen. Dann ging's ohne Umwege wieder nach Leverkusen. Kapitän Kieffer, der schon alle Feuerwerke am Rhein gesehen hat, fühlte sich in seiner Meinung bestätigt: "Die Kölner Lichter sind einfach das Beste." Noch in der Nacht bugsierte er nach der Entlassung seiner Passagiere am Leverkusener Rheinufer seine "Diva" nach Rotterdam, wo bereits der nächste Auftrag wartet.

Hier gibt es die Bilder der "Kölner Lichter".

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