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Leverkusen
Kolping hilft bei Flüchlings-Integration

Leverkusen. Am 7. Februar 1866 gegründet, feiert die Kolpingfamilie Opladen-Zentral in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Eine Zeit voller Wohltätigkeit, Bildung und Spaß. Jetzt wurde dieses Jubiläum in der Stadthalle Bergisch Neukirchen gefeiert. Von Tobias Brücker

Bürgermeister Bernhard Marewski (CDU) lobte die kirchliche Organisation in dem voll besetzten Saal für ihr Engagement in der Stadt. "Leverkusen kann viele Leistungen für Bürger nicht alleine aufbringen. Da brauchen wir dringend Hilfe von der Kirche", betonte er. Gerade während der momentanen Flüchtlingskrise sei dieses Ehrenamt besonders wichtig. "Die Kolpingfamilie übernimmt einen wichtigen Part bei der Integration der Flüchtlinge - insbesondere durch den Sprachunterricht, den sie anbietet", sagte Marewski.

Bezirksvorsteher Rainer Schiefer CDU), der selbst seit vielen Jahren Mitglied in der größten Familie des Erzbistums Köln ist, blickte in einer sehr spaßig gehaltenen Rede nochmals auf die letzten 50 Jahre zurück und erzählte dabei allerlei Anekdoten. Dabei fiel ihm eines auf: Der finanzielle Aufwand, den die Opladener Kolpingfamilie bei der Ausrichtung der 100-Jahr-Feier betrieb, war nach damaligen Maßstäben unglaublich hoch. "Wenn man dem damaligen Programm nahe kommen möchte, müsste man - in die heutige Zeit übertragen - wohl Helene Fischer nach Opladen holen", erzählte Schiefer lachend.

Der Bezirksvorsteher war es auch, der das ehrgeizige Ziel von bald 400 Mitgliedern vorgab - zugegeben mit einem kleinen Augenzwinkern. Momentan zählt die Organisation rund 300 Mitglieder. Ein weiteres kam noch am Nachmittag selbst dazu, als der kleine Lukas ganz offiziell willkommen geheißen wurde. "Ein Opladen ohne die Kolpingfamilie kann ich mir überhaupt nicht vorstellen", sagte Schiefer in einer ruhigen Minute.

Dabei handelt es sich nicht nur um ein lokales, sondern um ein weltweites Netzwerk. Das zeigt die Zusammenarbeit mit einem Ableger in Kolumbien. Dort entstanden mit Hilfe der Kolpingfamilie und dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zunächst kleine Bäckereien, dann Schulen und schließlich eine private Universität. "Der Austausch erfolgte durch gegenseitige Besuche, bei denen wir und auf Spanisch verständigten", berichtete Kolping-Vorstandsmitglied Bernd Hillebrand. Der Kulturunterschied stellte er sich im Nachhinein als klein heraus. Nur die Prioritäten seien andere. "Hier geht es um Freizeit, dort vor allem um Bildung", sagte der 71-Jährige.

Quelle: RP
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