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Leverkusen
Kolpingsfamilie ist die größte im Erzbistum

Leverkusen: Kolpingsfamilie ist die größte im Erzbistum
18 Männer und ihr Schmuckstück: Die Fahne der Kolpingsfamilie Opladen wurde zum 50-jährigen Bestehen 1916 angefertigt, zuletzt von Helena Szwierczynski aufwendig restauriert, und nun hängt sie geschützt hinter Glas. FOTO: Kolping
Leverkusen. Gegründet im Jahr 1866, feiert die Opladener Kolpingsfamilie mit 300 Mitgliedern in diesem Jahr 150-jähriges Bestehen. Von Monika Klein

Zum 100-jährigen Bestehen der Kolpingsfamilie Opladen-Zentral wurde 1966 ein Festumzug durch die Stadt veranstaltet. Das 150. Jubiläum in diesem Jahr wird mit vielen Veranstaltungen begangen, angefangen mit einer Festmesse und Segnung der frisch restaurierten Fahne im Januar. Das Schmuckstück, das zum 50-Jährigen 1916 angeschafft wurde, hängt jetzt geschützt hinter Glas im Saal des Kolpinghauses. Am Gründungsdatum, 7. Februar, fand die Familiensitzung statt.

Karneval und Kolping gehört schon ganz lange zusammen, auch wenn die eigene Karnevalsgesellschaft "Närrische Kolpingsfamilie" nachweislich erst seit 1930 existiert. Schon 1868 hat es einen karnevalistischen Abend in Kooperation mit dem Kirchenchor gegeben, weiß Klemens Hantke, der damit begonnen hat, alte Dokumente aus der Sütterlinschrift zu übertragen. Damals allerdings noch unter dem Namen Katholischer Gesellenverein. Gegründet ganz im Sinne Adolph Kolpings, um Wandergesellen Heim und Ausbildung zu bieten.

Bildungsveranstaltungen haben bis heute ihren festen Platz im Programm. Regelmäßig finden Vortrags- und Diskussionsabende zu politischen, gesellschaftlichen und religiösen Themen statt, es gibt eine Schach- und eine Fotogruppe sowie einen Seniorentreff. Die berufliche Bildung wurde inzwischen im Kolping-Bildungswerk professionalisiert. Unterkunft wurde von Handwerkern auf der Wanderschaft an der Hauptachse Düsseldorf/Köln tatsächlich häufig angefragt. Über 200 Männern bot der Gesellenverein jährlich in seinem Domizil an der Kölner Straße kostenlos ein Bett für die Nacht, Abendessen und Frühstück. Das Gesellenhaus, das auch der Kirchenchor nutzen durfte, stand auf dem Gelände der heutigen Sparkasse. Als die Pfarre später die Villa Weskott, heute Stadthalle, ankaufte, zog der Gesellenverein um. Als die Kirche das Gebäude wieder verkaufte, wurde Anfang der 50er Jahre das kleine Haus an St. Remigius gebaut, das die Kolpingsfamilie seither nutzt. Auch hier gab es noch Übernachtungen. Vorsitzender Bernhard Faust erinnert sich, dass Wandergesellen mit dem Waschzeug unterm Arm während der Versammlungen durch den Saal zum Waschraum laufen mussten.

Weil berufsständische Vereine auf Druck der Nazis aufgelöst wurden, ging der Verein 1933 in der Kolpingsfamilie als Familienverband auf. Damit änderten sich auch die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft, die bis dahin nur alleinstehenden Männern zwischen 16 und 27 Jahren vorbehalten war. Jetzt gehörten ganze Familien dazu. Frauen wurden erst ab den 70er Jahren als Mitglied aufgenommen. "Vorher durften sie nur die Arbeit machen", sagt Bernd Hillebrand. Heute ist in Christa Engelhardt eine Frau 2. Vorsitzende. Sie leitet unter anderem die Wandergruppe, organisiert Ausflüge, Besichtigungen und Studienreisen wie die Irlandtour im Mai.

Mit 300 Mitgliedern ist die Opladener Kolpingsfamilie die größte im Erzbistum Köln. Von ihr ging auch die Wallfahrt nach Altenberg aus, an der sich rund 30 Gruppen aus umliegenden Städten beteiligen. Am 3. Mai findet sie zum 40. Mal statt. Doch zuvor wird am 1. Mai die Jubiläums-Festmesse um 11 Uhr in St. Remigius gefeiert. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, sich in der Stadthalle Bergisch Neukirchen am Buffet zu stärken, bevor dort um 14.30 Uhr der offizielle Festakt mit Vortrag beginnt.

Quelle: RP
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