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Leverkusen
Krankenhaus-Apotheker Kröschel mit viel Herzschmerz verabschiedet

Leverkusen. Eigentlich wäre Dr. Peter Kröschel gerne zwei weitere Jahre der Leiter der Krankenhausapotheke im Klinikum Leverkusen geblieben. Aber dann wäre ihm der Abschied nach mehr als 30 Jahren auch nicht leichter gefallen. "Ich hatte hier eine so tolle Zeit", fasste der 65-jährige Mediziner zusammen, als er gestern von rund 100 Kollegen und Klinikleitung sowie von Vertretern aus Verwaltung und Politik feierlich verabschiedet wurde. Von Gabi Knops-Feiler

Er gehe deshalb nicht mit dem sprichwörtlichen lachenden und weinenden Auge, sondern mit Herzschmerz und einem halben lachenden Auge. Weil ihm so viele Menschen danken, gute Wünsche und Präsente mit auf den Weg geben wollten, begann die Zeremonie mit einiger Verspätung. Kröschel gehörte zu jener Ärztegeneration, die Entwicklungen des einstigen Städtischen Krankenhauses zu einer Klinik der regionalen Spitzenversorgung hautnah miterlebt und mitgeprägt hätten, sagte schließlich Oberbürgermeister und Klinikum-Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Buchhorn. Ihm sei es mit seinen Mitarbeitern gelungen, den grundlegenden Struktur- und Paradigmenwechsel erfolgreich zu vollziehen und die Krankenhausapotheke ständig zu verbessern.

Patienten und Angehörige hatten zwar selten mit dem Apotheker Kontakt. Aber als pharmazeutischer Berater der medizinischen Fachabteilungen war er stets aktiv an der Behandlung der Patienten beteiligt. Kröschel sah sich als Dienstleister, der medizinisch Verantwortung übernahm, statt sich auf Beschaffung und Vorratshaltung von Arzneimitteln zu konzentrieren. Besondere Verdienste hat sich der Mediziner, der am Klinikum als "Institution" gilt, vor allem bei der Behandlung von Infektionskrankheiten erworben und gemeinsam mit Infektiologen sowie Mikrobiologen ein so genanntes Antibiotic Stewardship-Team etabliert, das sich mit Strategien zum rationalen Einsatz von Anti-Infektiva befasst.

"Es gibt viele Dinge, die privat bisher zu kurz gekommen sind", offenbarte der überzeugte Kölner mit Blick auf den Ruhestand. Künftig werde er häufiger den Bass in seiner Band zupfen. Da er gerne mit Ehefrau Mechthild nach Frankreich fahre, aber die Sprache nie gelernt habe, sei das ein weiteres Ziel.

Quelle: RP
 
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