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Leverkusen
Krebsberatungsstelle trommelt für 25 Jahre

Leverkusen. Fünf Personen waren es, die vor einem Vierteljahrhundert die Leverkusener Krebsberatungsstelle "help" ins Leben riefen: Christa Blümel, Silke Behnsen, Ingrid Böttcher, Armin Kröning und Prof. Norbert Niederle, Onkologe und damaliger Leiter der Medizinischen Klinik 3 im Klinikum Leverkusen. Von Monika Klein

Am Freitag wurde im Gartensaal von Schloss Morsbroich der 25. Geburtstag gefeiert. Und die Anlaufstelle hilft nach wie vor Menschen mit der Diagnose Krebs, zu leben.

Fast 50 Prozent aller Neuerkrankten aus Leverkusen und Umgebung kommen jährlich mit ihren Fragen, Ängsten und Sorgen in die Beratungsstelle an der Schulstraße, sagt Dr. Axel Vogel. Er ist bereits seit 21 Jahren Vorsitzender von "help" und hielt die Festrede bei der Feier, die erst einmal mit viel beschwingter Musik eröffnet wurde. Die Kölner Gruppe Djödäa weckte da schon mal die Tanzbeine, die im zweiten Teil des Abends auf ihre Kosten kommen sollten.

Vor allem weckten sie Lebensfreude, ein ständiges Anliegen von "help". Gruppenangebote helfen Betroffenen, den Mut nicht zu verlieren, sich selbst nicht aufzugeben, Entspannungstechniken zu üben und das Selbstwertgefühl zu stärken. Vor einem Jahr hat sich beispielsweise ein "help-Chor" gegründet, nicht mit hohen musikalischen Ansprüchen, sondern einfach aus Freude am Singen. "Denn Singen heilt die Seele", erklärt Axel Vogel.

Bei der Geburtstagsfeier präsentierte sich der Chor den rund 120 Gästen, die zum Mitsingen eingeladen waren. Außerdem trat im Laufe des Abends noch eine afrikanische Trommelgruppe auf. "Über den Wind können wir nicht bestimmen, aber wir können die Segel richten." Diese alte Wikinger-Weisheit ist so etwas wie das Motto von "help". Das war auf allen Tischen zu lesen und zog sich konsequent durch die Dekoration, bis hin zu Selbstgebackenem in Form von Schiffchen. Schließlich gab es noch eine amerikanische Versteigerung von zwei Druckgrafiken des Leverkusener Künstlers Willi Diete. Auktionator Armin Kröning versuchte, den Preis hochzutreiben, um möglichst viel für die Kasse von "help" zu sammeln. 900 Euro kamen an diesem Abend immerhin zusammen.

Geld beschaffen, das ist eine ständige Aufgabe für den Vorstand und die rund 60 Aktiven im Verein, von denen die meisten selbst ihre Erfahrung mit einer Krebserkrankung gemacht haben. Etwa 100 zahlende Mitglieder sorgen mit ihren Beiträgen für das jährliche Stammkapital. Darüber hinaus ist man auf Spenden für die Arbeit angewiesen. In der Beratungsstelle arbeiten zwei diplomierte Kräfte. Sowohl Ingrid Bahre als auch Larissa Bartsch haben eine Qualifikation für die psychoonkologische Beratung. Die spiele heute eine größere Rolle als in den Anfangsjahren, sagt Axel Vogel. Damals war es mehr die psychosoziale Unterstützung. Ziel ist es, Betroffene im Alltag zu unterstützen und zu deren psychischer Stabilisierung beizutragen. Neben Einzelberatungen werden auf Wunsch auch Partner und Familien eingebunden. Neben Gesprächsgruppen und gesundheitsfördernden Kursen helfen die Beraterinnen auch bei der Stellung von Anträgen für Rehamaßnahmen oder einen Schwerbehindertenausweis.

Quelle: RP
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