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Rheinbrücke Leverkusen
Kritik an A1-Ausbau als Wahlkampfthema

Rheinbrücke Leverkusen: Kritik an A1-Ausbau als Wahlkampfthema
Ein zwölfspuriger Ausbau der Autobahn A1 quer durch Leverkusen soll verhindert werden. Darin sind sich die Politiker einig. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Welcher Minister soll auf Einladung von wem nach Leverkusen kommen, um von "Tunnel statt Stelze" überzeugt zu werden? Bürger kritisieren die Parteien, das Thema als Wahlkampf zu missbrauchen.

Noch steht nicht fest, an welchem Wochenende die Rheinbrücke voll gesperrt wird, um unter anderem einen Riss an der Seilverankerung zu schweißen. Die Autobahn A1, genauer gesagt, ihr Ausbau, bleibt aber auch so weiter ein Thema - vor allem in der Politik. So passiert es, dass die SPD-Landtagsabgeordnete Eva Lux den Plan der Ratskoalition aus CDU, Grünen und OpladenPlus begrüßt, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nach Leverkusen einzuladen, damit dieser sich einen direkten Eindruck zur "Stelzenautobahn" machen kann.

"Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass 'Tunnel-statt-Stelze' mehr Gehör findet", lässt Lux in ihrer Pressemitteilung verlauten. Um den zuständigen Entscheidern die örtliche Verkehrssituation näher zu bringen, schlage die SPD-Fraktion Leverkusen vor, auch die Mitglieder des Verkehrsausschusses des Bundestages nach Leverkusen einzuladen. Nur mit den richtigen Ansprechpartnern sei noch eine Änderung des Verkehrswegeplans zu erreichen.

Von der CDU gibt es dagegen harsche Worte für die SPD: "Zum wiederholten Male versucht der Leverkusener SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Ippolito, die Verantwortung für den Tunnel statt der Stelze nach Berlin zu schieben", schreibt der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) der CDU Leverkusen, Rüdiger Scholz, in seiner Pressemitteilung. "Und wieder muss ihm gesagt werden: Berlin kann sich erst mit dem Tunnel beschäftigen, wenn der nordrhein-westfälische SPD-Verkehrsminister Michael Groschek diesen dorthin gemeldet hat. Das hat dieser bis heute unterlassen." Ippolito müsse "seinen" Verkehrsminister Groschek auffordern, "endlich den Tunnel als einzige Alternative nach Berlin zu melden".

Was wiederum Peter Westmeier von den Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung (LIV) auf die Palme bringt. "Das hat uns gerade noch gefehlt", sagt er. "Der Autobahnausbau ist im Wahlkampf angekommen. Man positioniert sich, um gegebenenfalls den anderen ein Scheitern des Tunnels in die Schuhe zu schieben." Dabei könne beim Ausbau der A1 nur das Bürgerinteresse und nicht das Parteiinteresse im Vordergrund stehen. "Zwar sagen alle: ,Wir haben ein gemeinsames Ziel.' Das allerdings verfehlt die Wirkung, wenn jeder seinen eigenen Weg dahin geht."

(sug)
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