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Leverkusen
Kritik an Bahnhofsbrücke: Rottes bittet um Geduld

Leverkusen: Kritik an Bahnhofsbrücke: Rottes bittet um Geduld
"Die Brücke kann erst dann abschließend beurteilt werden, wenn das Gesamt-Ensemble steht", findet Bahnstadt-Chefin Vera Rottes. FOTO: ralph matzerath
Leverkusen. Die Projektverantwortliche der Neuen Bahnstadt Opladen, Vera Rottes, hat die Nutzer der neuen Bahnhofsbrücke um Geduld gebeten. Alle Kritik an Zustand oder Funktionalität des Bauwerks sei nur eine Momentaufnahme aus einer Baustellensituation heraus, sagte sie gestern gegenüber unserer Redaktion. Von Peter Clement

"Die Brücke kann erst dann abschließend beurteilt werden, wenn das Gesamt-Ensemble steht, sie also ins neue Torhaus integriert ist", sagte Rottes.

Das Gebäude soll am oberen Ende der Bahnhofstraße als Verbindungsglied zwischen künftigem Bahnhof und der noch neu zu gestaltenden Bahnhofstraße fungieren. Es wird gewissermaßen der Oberbau der Brücke. Städtische Verwaltungsdienststellen könnten in diesem "Stadttor" untergebracht werden.

Erst wenn dort alles stehe, die Neue Bahnallee hinzukomme und der Zentrale Omnibusbahnhof an die Brücke herangerückt sei, könne man das Bauwerk wirklich beurteilen, findet Rottes – und legt gleich nach: "Was wäre denn die Alternative? Wir machen erst die Brücke fertig, dann nach und nach die anderen Elemente. Aber dann läuft die Gesamtbauzeit nicht bis 2020, sondern mindestens drei Jahre länger." Eine solche Dauerbaustelle wolle sie den Opladenern nicht zumuten.

Für diesen Ansatz holte sich die Bahnstadt-Chefin jetzt auch noch einmal die Rückendeckung der meisten Politiker in der zuständigen Bezirksvertretung II.

Gleichwohl werden auch schon jetzt ein paar Stellschrauben verändert, die die Zufriedenheit mit der Brücke steigern sollen. Sie wird voraussichtlich noch im September an die städtischen Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) übergeben, die das Bauwerk unter anderem professionell reinigen sollen. Mangelnde Sauberkeit war auch immer mal wieder ein Kritikpunkt in der Bevölkerung hinsichtlich der Bahnhofsbrücke gewesen.

Ein weiteres Ärgernis sind die Ausfälle bei Rolltreppen und Aufzügen: Die Firma Geyssel hat die Fahrtreppen von der Bahnhofsbrücke zu den Bahnsteigen eingebaut. Der Inhaber, Michael Geyssel, will den Mitgliedern des Bahnstadt-Aufsichtsrates nach eigenen Angaben am kommenden Montag gerne die Funktionsweise der Treppe und die Ursache für die auftretenden Störungen vor Ort in seiner Firma in Köln-Longerich, erläutern. Rottes kündigte gestern an, den Termin nehme man gerne wahr. Auch Aufsichtsratschef Paul Hebbel komme.

FDP-Ratsherr Friedrich Busch plädiert nach wie vor vehement für eine bessere Beleuchtung auf der Brücke selbst. Außerdem will er dort Videokameras installieren lassen, um das Bauwerk zu überwachen. Er wirft der Bahnstadtgesellschaft trotz guter Gesamtarbeit "schwere Planungsfehler" vor. Die menschlichen Belange seien vielfach beim Brückenbau nicht berücksichtigt worden. Sie verbinde die Stadtteile nicht, sondern trenne sie eher.

Quelle: RP
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