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Leverkusen
Kultur und Schule: Kunstmuffeln das Tor zur Kunstwelt öffnen

Kunstnacht Leverkusen 2016: Kunstmuffeln das Tor zur Kunstwelt öffnen
Alfred Prenzlow (im bunten T-Shirt) mit den kunstbegeisterten Schülern seines Projekts "Kultur und Schule". FOTO: Matzerath
Leverkusen. Graues, lockiges, kurzes Haar, ein blau-buntes T-Shirt - Alfred Prenzlow sieht in gewisser Hinsicht schon genau so aus, wie sich der normale Mensch einen Künstler vorstellt. Im Rahmen des Projekts "Kultur und Schule" ist der 51-Jährige mit insgesamt sieben Kollegen auch in diesem Jahr wieder unabhängig voneinander an zehn Leverkusener Schulen unterwegs und bringt die unterschiedlichsten Kunstformen in die Klassenräume.

Da ein solches Projekt allerdings nicht aus dem Stegreif auf die Beine gestellt werden kann, musste zunächst Geld her - viel Geld. Da der Etat der Stadt sehr klein ist und daher kein Geld für derlei Dinge aufgebracht werden kann und darf, sprangen acht Genossenschaften der Region (auch Langenfeld) ein. Gut 20 Prozent müssen die Kommunen für das vom Land NRW geförderte Programm selbst aufbringen. Das sind in diesem Fall 6950 von insgesamt rund 20 000 Euro.

"Das Projekt geht bereits in sein zehntes Jahr", schwärmt Schul-Dezernent Marc Adomat, "die Schule profitiert vom Künstler. Und der Künstler profitiert von der Schule, indem er seine Kunst weiterfinanzieren kann." Ein eben solcher Kunstschaffender ist Alfred Prenzlow, der bereits seit 1986 Werke schafft. Da das Projekt von Schule zu Schule unterschiedlich gewichtet wird, ist die Teilnahme an seiner Arbeitsgemeinschaft mal freiwillig, mal Teil des Stundenplans und somit Pflicht. Da ist dann allerdings auch der ein oder andere Kunstmuffel dabei, der sein Talent für das Handwerk für überschaubar hält. "Man muss dann schon kämpfen", erklärt er, "aber es gibt immer wieder Schlüsselmomente."

Ob mit dem Projekt junge Menschen zum Schauspiel, dem Handwerken mit allerlei Materialien oder mit dem Pinsel in der Hand vor die Leinwand gebracht werden können, könne pauschal nicht gesagt werden. Anke Holgersson, Leiterin des Kulturbüros der KulturStadtLev, glaubt allerdings schon, dass Jugendliche aktiv angesprochen werden müssen, damit sie sich für künstlerische Aufgaben interessieren und sich mit der Thematik auseinandersetzen. "Ich begegne in der Kunstnacht einigen jungen Künstlern. Ob das mit den Projekten an den Schulen zu tun hat, weiß ich nicht", sagt die 46-Jährige. Trotz Etatkürzug würden junge Künstler unterstützt - zum Beispiel vom Künstlerbunker, der Kreativen Ateliers zur Verfügung stellt.

Bei Annika Weißenberg jedenfalls hat es geklappt - wenngleich das Feuer für Kunst schon vorher in ihr loderte. Im vergangenen Jahr nahm sie an der Gesamtschule Schlebusch mit einigen Mitschülern an Prenzlows Kurs teil. "Ich habe bereits vorher mit Alfred zusammengearbeitet", berichtet die 17-Jährige. Die Schule in Schlebusch, auf die sie geht, ist dafür genau die Richtige. Die Schule geht offen damit um. Schüler können für das Projekt dem Unterricht auch mal fernbleiben.

(brü)
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