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Leverkusen
Kunstnacht mit engagierten Werken in der Citykirche

Leverkusen. Rhythmus und Bewegung, Chaos und Leiden, aber auch Vielfalt und Visionen der Zukunft finden sich in den Kunstobjekten wieder. Dazu kennzeichnen expressive, bunte Farben die großformatigen Bilder der Kölner Künstlerin Ingrid Scheller. Für die Ausstellung "Salutandis - 130 Farben zum Leben" zur Kunstnacht in der Wiesdorfer Herz Jesu-Kirche hat sie aber freilich keine 130 Farben verarbeitet. Von Gabi Knops-Feiler

Der Kunstbegriff "Salutandis" ist vom lateinischen "salutare" (begrüßen) abgeleitet und steht als Synonym für die Begrüßung von Menschen aus 130 Nationen, die in Leverkusen leben. "Das Thema ist zugleich unsere politische Botschaft", erklärte Martina Böhm, pädagogische Mitarbeiterin im Katholischen Bildungswerk Leverkusen, im Vorfeld der Kunstnacht, für die Bildungswerk und CityKirche nun zum zwölften Mal kooperieren. Eigens dafür musste der Kreuzweg vorübergehend weichen. An dessen Stelle ist in Schellers Augen "eine Art Weg gerückt, auf dem Flüchtlinge alles Mögliche erlebt haben." Das Bild nahe des Eingangs könnte beispielsweise die harmonische Welt darstellen, in der alle Neuankömmlinge vor dem Aufbruch gelebt haben. Die größte, aus mehreren Elementen bestehende Skizze in Altarnähe ist eine Arbeit, die 2004 im Rahmen von "Kunst am Bau" entstand und für die Scheller den zweiten Preis erhielt. Sie zeigt einige Brücken und stellt im Prinzip einen "vergeistigten Brückenweg" dar, weil sich auch die Geflüchteten in der Stadt neue Brücken bauen müssen. "Salutandis" ist aber auch Inhalt einer musikalischen Komposition von Rudolf Förster, die am Eröffnungstag am Freitag, 7. Oktober, um 19.30 Uhr, als Uraufführung mit Orgel und Flügelhorn erklingt. Diese Mischung aus Jazz und experimenteller Musik nimmt mit ihren gregorianischen Tonfolgen und Arabesken Bezug auf die Raumarchitektur und interpretiert dabei die Malerei Schellers.

Parallel entwickelte die Schlebuscher Künstlerin Julia Brogle mit Jugendlichen aus dem Café Mittenmang eine Rauminstallation zum Thema Freundschaft. "Das Spiel mit dem Zufall, das auf den Betrachtenden einzigartig eingeht, fordert in seiner Wirkung zu einer Auseinandersetzung mit unserer Heimatstadt, eigener Interpretation oder sogar Reflexion auf", beschrieb Brogle, die Zeitungen als Rohstoff für begehbare Rauminstallation nutzte. Fotografie, Raum, Ton, Klang und Licht helfen beim Eintauchen in die Gemeinschaftsdarstellung.

Quelle: RP
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