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Leverkusen
Kunstwerke zeigen Verlust und Trost

Leverkusen: Kunstwerke zeigen Verlust und Trost
Engel in unterschiedlichster Form sind das Hauptmotiv der Ausstellung an der Virchowstraße. Grund: Sie strahlen Ruhe aus und vermitteln Zuversicht. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die Spektrum-Galerie widmet sich in der Ausstellung "In Memoriam" der Endlichkeit des Lebens. Von Monika Klein

Was würde ich in einen "Koffer für die letzte Reise" packen? Lilo Rühl beteiligte sich an einer Kunstaktion des Bestattungshauses Pütz & Roth. Die Entscheidung fällt gar nicht leicht. Mindestens drei Mal habe sie ihn wieder ausgepackt und anders gefüllt, sagt sie. Jetzt ist er leer, bis auf den Hinweis, dass nichts als die Liebe das Wichtigste sein kann. Der geöffnete Koffer mit einem Katalog der entsprechenden Ausstellung steht derzeit in der Spektrum-Galerie und fordert die Besucher stumm auf, sich über das Wichtigste im Leben Gedanken zu machen. Sich damit zu beschäftigen, was bleibt, wenn nichts mehr ist, wie es war.

Um Sein und Vergehen, um Verlust und Trost, Ruhe und Zeit der Besinnung, Glaube, Liebe und Hoffnung geht es auch in den anderen Arbeiten, die zwölf Spektrum-Mitglieder für die aktuelle Ausstellung zusammengetragen haben. "In Memoriam" ist die Schau zu den stillen Feiertagen überschrieben, das Gästebuch wurde zum Kondolenzbuch.

Bereits 2015 hatte Rühl die Idee, Kunstwerke zu zeigen, die sich der Trauer um Verstorbene, dem Gedenken und der Endlichkeit des Lebens widmen. Bei der Premiere machten zwei Kolleginnen mit, jetzt wurde es schon eine stattliche Gruppe, und nächstes Jahr kann man schon von Tradition sprechen.

Engel sind das dominierende Motiv, wenn auch in Stil und Technik ganz unterschiedlich gestaltet. Die schlichten, symmetrischen himmlischen Wesen aus glasierter Keramik oder mit Blattgold belegt, strahlen Ruhe aus und vermitteln etwas von der christlichen Zuversicht, dass etwas über den Tod hinaus existiert.

Auch Bilder zeigen ähnliche Gedanken, mit zart angedeuteten Engeln und japanischen Gedichten oder mit kurzen, hoffnungsvollen Texten. Lilo Rühl hat sogar eine ganze Leinwand randvoll beschrieben als eine Art Brief an die Adresse eines Verstorbenen.

Einige haben ihre Arbeiten den vielen Prominenten gewidmet, die in diesem Jahr gestorben sind, andere haben Trost und Hoffnung thematisiert. Sie laden zu "Zeit der Besinnung" ein oder zur Erinnerung mit Titeln wie "Komm, wir gehen zu Opa ..." Und es ist keineswegs alles verhalten, vernebelt oder düster in dieser November-Schau. Es sind sogar sehr lebendige Bilder in kräftigen Farben dabei wie die "in Gedanken" von Monika Schubert-Betzel oder solche, die sich auf das "Licht" konzentrieren wie die Arbeiten von Dagmar Senk.

Die Ausstellung "In Memoriam", die bis zum 12. November im Spektrum Leverkusen, Virchowstraße 43, zu sehen ist, will zur ernsthaften Auseinandersetzung und zum Austausch einladen. Geöffnet samstags 15 bis 18 Uhr.

Quelle: RP
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