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Neue Maßnahme
Kurven gegen Unfälle auf der A1 bei Leverkusen

Ein Toter bei Unfall auf der A1
Ein Toter bei Unfall auf der A1 FOTO: Uwe Miserius
Burscheid. Die Zahl der schweren Unfälle auf der Autobahn 1 bei Leverkusen soll verringert werden. Eine Unfallkommission hat dazu nun Maßnahmen beschlossen. Das Urteil der Bezirksregierung Köln: Die Unfälle seien auf "ein massives Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer" zurückzuführen. Von Sebastian Fuhrmann, Leverkusen

Künftig soll die Streckenführung hinter Burscheid geändert werden. Das hat eine regelmäßig tagende Unfallkommission bestehend aus Vertretern der Bezirksregierung Köln, dem Landesbetrieb Straßen.NRW und der Autobahnpolizei beschlossen. Vorgesehen sind eine sogenannte Fahrstreifenverschwenkung und eine weitere Geschwindigkeitsbeschränkung. Beide Maßnahmen sollen von Straßen.NRW geprüft werden. "Eine Fahrstreifenverschwenkung kann man sich vorstellen wie in einer Baustelle, in der die Spuren in eine Richtung geleitet werden", erklärt André Kiese von der Bezirksregierung Köln. Wie diese genau aussehen könnte, müsse noch geprüft werden. Denkbar sei eine Streckenführung durch Baken oder Bodenmarkierungen. Durch diese Maßnahme müssten Autofahrer ihr Tempo anpassen.

Zukünftig sollen auch Warnungen über Funk und auf Navigationsgeräte ausgesendet werden. Außerdem möchte die Bezirksregierung dafür sorgen, dass es auf der Strecke weniger Stau gibt. Der Verkehrsdurchfluss soll verbessert werden.

Laut der Bezirksregierung Köln sind die schweren Unfälle auf dem Streckenabschnitt vor der Leverkusener Brücke auf "ein massives Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer" zurückzuführen. Aufgrund von Akzeptanz- und Aufmerksamkeitsproblemen verunglückten immer wieder einzelne Verkehrsteilnehmer.

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Burscheid und dem Leverkusener Kreuz kommt es immer wieder zu schweren Unfällen an Stauenden. Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen dürfen nicht auf die Leverkusener Rheinbrücke fahren und werden auf die Autobahn 3 in Richtung Frankfurt umgeleitet.

Dadurch entstehen auf der Strecke zwischen Burscheid und dem Leverkusener Kreuz Dauerstaus, auf die immer wieder Verkehrsteilnehmer auffahren. Im Januar kam bei einem solchen Unfall ein Mann ums Leben, ein weiterer wurde lebensgefährlich verletzt. Im vergangenen Jahr waren auf dem Streckenabschnitt sechs Menschen ums Leben gekommen. 

Keine Maßnahme half

An der Autobahn 1 waren in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen umgesetzt worden, die Autofahrer vor der Gefahr am Stauende warnen sollten. Die zulässige Geschwindigkeit wurde reduziert. Zu Beginn des neuen Jahres wurde ein Burscheid ein neuer Blitzer installiert, der dabei helfen sollte, den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Am Freitag veröffentlichte der für die Radaranlage zuständige Rheinisch-Bergische Kreis alarmierende Zahlen dazu.

9810 Tempoverstößte wurden bis zum 5. Februar an der neuen Anlage registriert.100 Kilometer pro Stunde sind an der Stelle, an der der Blitzer steht, erlaubt. Dennoch waren nach Angaben des Kreises nicht wenige Autofahrer mit einem Tempo über 200 km/h an der Stelle unterwegs. Trauriger Spitzenreiter: ein Fahrer, der mit 215 km/h geblitzt wurde. Im ersten Monat war die Anlage täglich zu unterschiedlichen Zeiten für jeweils nur etwa vier Stunden in Betrieb. 

Die Verantwortlichen des Rheinisch-Bergischen Kreises geben sich von den Zahlen überrascht. Ursprünglich sei die Kommune davon ausgegangen, dass rund ein Prozent der jährlich 15 Millionen Fahrzeuge, die an der Anlage vorbeifahren, gegen das Tempolimit verstoßen würde. "Tatsächlich ist die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen nach dem ersten Monat jedoch etwa vier bis fünf Mal höher als prognostiziert", heißt es in einer Mitteilung. Für die Anlage musste der Rheinisch-Bergische Kreis 20 neue Stellen schaffen. 

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