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Leverkusen
Kuscheln und Wuseln bei den Frettchen

Leverkusen: Kuscheln und Wuseln bei den Frettchen
Putzmunter und flink unterwegs: Parkleiterin Sabine Honnef eröffnete gestern das Gehege der vierköpfigen Frettchenbande. Die Tiere wurden aber schon vor der Eröffnung in ihrem neuen Zuhause einquartiert, um sich einzugewöhnen. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Vier junge Frettchen sind im Wildpark Reuschenberg eingezogen. Das Gehege wurde für die neuen Bewohner auf Vordermann gebracht. Parkbesucher können die kleinen Raubtiere bei Fütterungen hautnah erleben. Von Julia Zuew

Sie sind flink und wendig, immer in Bewegung. Grau-weiße Fellknäuel schlingen sich um die Arme von Lukas Triller. "Für ein Foto stillhalten können sie nicht", sagt er und lacht, während ein Frettchen über seine Schultern huscht. Triller macht im Wildpark Reuschenberg seine Ausbildung zum Zootierpfleger.

Vier etwa fünf Monate alte Jungtiere sind im neu eingerichteten Frettchen-Gehege zu Hause. Zur Frettchen-Familie des Parks gehört ebenfalls eine Frettchendame, die etwa acht Jahre alt ist, erzählt Sabine Honnef, Leiterin des Parks. "Für sie machen die Jungtiere aber zu viel Stress." Deshalb muss die Rasselbande getrennt von dem älteren Tier leben. Frettchen werden im Schnitt sechs bis acht Jahre alt und 60 bis 80 Zentimeter groß.

Die alte Frettchen-Hütte wurde für die neuen Bewohner in den vergangenen Wochen herausgeputzt. Durch Fenster können die Besucher einen Blick in das Häuschen werfen, dass mit Rohren, Kuschelecken und anderen Möglichkeiten zum Wuseln und Verkriechen ausgestattet ist. Durch improvisierte "Bullaugen" in den Wänden des Außengeheges können Kinder den Raubtieren auf Augenhöhe beim Spielen, Graben und Flitzen zugucken.

Das Außengehege ist mit glatten, etwa hüfthohen Holzwänden eingegrenzt. "Frettchen sind geschickte Kletterer", sagt Honnef. An den glatten Oberflächen finden die kleinen Turner aber nicht ausreichend Halt, um auszubüchsen. Auch im Boden ist die Anlage mit Draht und schweren Steinen gesichert, damit die Frettchen sich nicht rausbuddeln.

In freier Wildbahn sind die Tiere nicht zu finden. Dort hat es sie nie gegeben: Frettchen stammen vom Iltis ab und gehören zu den Mardern. Die wilden Tiere wurden domestiziert und zu Jagdzwecken genutzt - so entstanden die Frettchen. Früher waren die Tiere Helfer bei der Jagd von Ratten und Mäusen, aber auch Kaninchen wurden "frettiert". So wird die Jagd mithilfe der flinken Räuber genannt, erzählt Triller.

Die Tiere sind weder komplett tagaktiv, noch sind sie ausschließlich nachts unterwegs - Frettchen sind dämmerungsaktiv. Sie schlafen 14 bis 18 Stunden am Tag und passen sich in menschlicher Obhut schnell an dessen Tagesrhythmus an. Als geeignete Haustiere für eine Wohnungshaltung sieht Honnef sie jedoch nicht: "Wenn man einen Garten hat und den Frettchen eine passende Anlage einrichten kann, ist es in Ordnung. Eine Wohnung bietet ihnen aber nicht wirklich die passende Umgebung." Abgesehen davon, dass die kleinen Racker "alles klauen" und "überall durchschlüpfen", brauchen die Tiere genügend Auslauf. Außerdem riechen Frettchen streng, merkt Sabine Honnef an.

Die Ernährung der Tiere ist teuer: Die Fleischfresser verdauen ihre Nahrung schnell und müssen daher immer zügig Nachschub bekommen. Der Speiseplan sollte nahezu komplett aus Fleisch bestehen - im Park gibt's unter anderem Küken, Innereien oder Mäuse. Auch Rindfleisch kommt manchmal in den Napf. Wenn die Pfleger die Tiere versorgen, ist bei den kleinen Flitzern das Essen jedoch meist zweitrangig - bevor die Mahlzeit verputzt wird, wollen die Frettchen bespaßt werden und mit den Pflegern spielen, berichtet Honnef.

Um 11 und 16 Uhr finden im Frettchengehege täglich Fütterungen statt. Besucher können die Tiere dabei aus nächster Nähe beobachten. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Quelle: RP
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