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Leverkusen
Länger Grün für Autofahrer sorgt für mehr Gefahr

Leverkusen: Länger Grün für Autofahrer sorgt für mehr Gefahr
Die Ampel an Opladener Platz/Ecke Kölner Straße ist mit LED-Technik ausgerüstet und braucht keine Abschirmung mehr. FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Leverkusen. Durch die Bauarbeiten an den Autobahnen rund um Leverkusen herrscht mehr Verkehr in der Stadt, der zu mehr Stau führt. Eine Änderung der Ampeltaktung bringe aber kaum Verbesserung, erklärt die Stadtverwaltung. Von Susanne Genath

Autofahrer, die über die Raoul-Wallenberg-Straße (Landesstraße L 288) nach Opladen oder in die Leverkusener Innenstadt wollen, müssen im Moment an der Kreuzung mit der Bonner Straße Wartezeit einplanen. Der Rückstau reicht teilweise bis über die Einmündung zur Solinger Straße zurück. Ein ähnliches Bild bietet sich im Berufsverkehr, wenn Pendler von Bonner Straße nach rechts in den Europaring Richtung Wiesdorf abbiegen wollen. Anlass genug, die Grünphasen der Ampeln zu verlängern?

"Nein", sagt Helmut Risse, der bei der Stadtverwaltung unter anderem für die Ampeln zuständig ist. "Es ist zurzeit sehr viel Verkehr in Leverkusen." Grund seien die Bauarbeiten auf der Autobahn A 3, weshalb viele Autofahrer von der Schnellstraße auf städtische Straßen auswichen. Ebenso die teilgesperrte Autobahn A 542, die die beiden Autobahnen A 59 und A 3 miteinander verbindet.

Fußgänger Überweg in Opladen: Die Länge der Grünphasen müssen für alle passen: für kleine Fußgänger und auch für Senioren. FOTO: Miserius/US

"Irgendwo ist immer ein Flaschenhals." Die Grünphasen zu verlängern, helfe nur bedingt. Insbesondere an der Einmündung von Bonner Straße auf den Europaring sei die Taktung schon länger als üblich. "Im Morgenprogramm beträgt sie 41 Sekunden und im Abendprogramm 48 Sekunden, jeweils bei einer Umlaufzeit von 90 Sekunden." Eine verlängerte Grünphase für die Rechtsabbieger ginge zu Lasten der Fahrer von Opladen in Richtung Wiesdorf. "Diese Fahrbeziehung ist bereits durch die lange Freigabezeit für den Rechtsabbieger beeinträchtigt und sorgt temporär für Störungen bei den Linksabbiegern von der Fixheider Straße auf den Europaring", berichtet Risse.

Grundsätzlich sei eine Ampelschaltung immer ein Kompromiss. "Wenn wir dem Kfz-Verkehr länger Grün geben, müssen die Fußgänger länger warten." Wenn sie zu lange warten müssten, steige die Gefahr, dass sie bei Rot gehen. "Außerdem müssen wir der älter werdenden Bevölkerung gerecht werden", erklärt der Fachmann. "Senioren mit Rollator oder Sehbehinderte gehen langsamer über die Straße. Das müssen wir bei der Taktung berücksichtigen, damit sie sicher auf die andere Straßenseite kommen."

Beim Thema Sicherheit stehe man außerdem im Austausch mit Kollegen in anderen Städten. In Köln zum Beispiel wird zurzeit eine in den Boden eingelassene Ampel getestet. Die rund 10.000 Euro teure Anlage soll verhindern, dass Handy-Nutzer, die nur nach unten schauen, bei Rot gehen und schwere Unfälle verursachen. "Prinzipiell gilt: Wenn man aufs Handy guckt, eckt man an. Das muss weiterhin gelten", sagt Risse. Aber man beobachte den Versuch in der Nachbarstadt.

Heutiger Stand der Technik sind in Leverkusen LED-Ampeln. "Etwa ein Drittel aller Lichtsignalanlagen ist schon umgerüstet", berichtet Helmut Risse. Eine Vorzeigeanlage stehe zum Beispiel an der Kreuzung von Kölner Straße und Opladener Platz. Vorteil: Die LED-Signalgeber benötigen wegen ihrer Helligkeit keine Abschirmung mehr und seien auch bei Sonneneinstrahlung gut zu erkennen. "Bei den älteren Ampeln werden die Schuten von Randalierern des öfteren beschädigt."

Einen genauen Blick will Risse auf die Friedrich-Ebert-Straße (B 8) am Chempark vorbei Richtung Köln werfen. Dort gibt es - anders als früher - keine Grüne Welle mehr. Autofahrer in Richtung Köln-Mülheim müssen an fast jeder Ampel halten. "Die Hauptrichtung für die Grüne Welle ist die Gegenrichtung. Außerdem gibt es viel Abbiegeverkehr, der berücksichtigt werden muss", erklärt der Ampel-Experte. "Aber eventuell ist auch ein Steuergerät kaputt."

Quelle: RP
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