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Leverkusen
Lanxess-Chef: kein weiterer Abbau in den Niederrhein-Werken

Leverkusen. Matthias Zachert treibt den Umbau des Chemiekonzerns voran. Zugleich will er die Agro-Tochter Saltigo mit 60 Millionen Euro stärken. Von Antje Höning

Seit Monaten schaut sich die Führung des Chemiekonzerns Lanxess die Niederrhein-Werke sowie ausländische Standorte an, um weiteres Sparpotenzial ausfindig zu machen. "Manufacturing Excellence Initiative" heißt die Aktion im schönsten Berater-Deutsch, die konzernweit zur Einsparung von 150 Millionen Euro führen soll. Dafür stellen Berater mit der jeweiligen Werksführung alles auf den Kopf. Auch im Werk Leverkusen haben sie bereits intensiv geschaut, wie sich Energie und Rohstoffe sparen sowie Abläufe in Produktion und Verwaltung verbessern lassen. Lanxess-Chef Matthias Zachert gab gestern bei der Vorstellung der Bilanz Entwarnung: "An den Niederrhein-Standorten sind wir durch, hier wird es keinen weiteren Abbau geben."

Für die ausländischen Standorte, an denen die Prüfungen ebenfalls, laufen, kann er das aber nicht versprechen. So sollen in Brasilien Kapazitäten stillgelegt werden, rund 50 Arbeitsplätze werden gestrichen.

Auch in Belgien und Frankreich wird noch geprüft. Der globale Kautschuk-Markt leidet unter Überkapazitäten, entsprechend sind Preise und Gewinnmargen gefallen.

Unabhängig davon wird Ende des Monats wie geplant das traditionsreiche Lanxess-Werk in Marl mit seinen 120 Mitarbeitern geschlossen. Das Gelände wird an den großen Nachbarn Evonik übergeben. Für Lanxess ist der Standort Marl - einer der ersten, an dem man in Deutschland synthetischen Kautschuk herstellte - damit Geschichte. Personalchef Rainier van Roessel ist erleichtert, dass die Schließung ohne Kündigungen erfolgen konnte. "Rund die Hälfte der Marler Mitarbeiter wechselt an andere Lanxess-Standorte wie Leverkusen und Krefeld, ein anderer Teil geht in den Ruhestand oder verlässt das Unternehmen", sagte der 58-jährige Betriebswirt. Nur wenige Mitarbeiter müssten in die Transfergesellschaft. Daneben hat der Kölner Chemiekonzern weltweit in den vergangen Jahren 1000 Stellen abgebaut, davon 500 in Deutschland. Auch das gelang sozialverträglich.

Durch die Ausgliederung des Kautschuks in ein Joint Venture, das am 1. April unter dem Namen Arlanxeo an den Start gehen soll, gewinnt Lanxess aber auch wieder Luft für Investitionen. Zachert bekräftigte, dass er in diesem und im nächsten Jahr insgesamt 60 Millionen Euro in die Agrochemie-Tochter Saltigo investieren will. Das Unternehmen, das in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen feiert, bescherte Lanxess auch im abgelaufenen Jahr "robuste Gewinne", so der Konzern. "Wir sind stolz auf die gute Arbeit bei Saltigo", sagte Zachert.

Quelle: RP
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