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Leverkusen/Köln
Lanxess steigert Gewinn und hebt Prognose auf bis zu 970 Mio an

Leverkusen/Köln. Das Wort "neu ist bei Großkonzernen derzeit beliebt: Als Bayer sich von seiner Kunststoffsparte trennte, um sich auf die übrigen Standbeine zu konzentrieren, da war von New Bayer die Rede. Und auch bei Lanxess sprach dessen Chef Matthais Zachert gestern bei der Vorstellung der Quartalszahlen stets vom "neuen" Lanxess. Das besteht aus den Bereichen Advanced Intermediates, Performance Chemicals und High Performance Materials. Das bisher vierte Segment, das Kautschuk-Geschäft, läuft mittlerweile über das Joint Venture Arlanxeo mit der Firma Saudi Aramco. Von Ludmilla Hauser

Die wichtigste Neuigkeit war diese: Das Einsparkonzept von Zachert fruchtet, der Spitzenmanager hob die Jahresprognose um etliche Millionen an. Er rechnet mit einem Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) zwischen 930 und 970 Mio. Euro. Bisher war die Chefetage im Lanxess-Tower in Köln-Deutz von 900 bis 950 Millionen ausgegangen.

Als einen Grund für die rosig(er)e Zukunft nannte Zachert die Geschäftsaussichten für das zweite Halbjahr beim "neuen" Lanxess. Das Geschäft zog schon im zweiten Quartal an: Der Gewinn (Ebitda) kletterte von April bis Juni um 8,5 Prozent auf 293 Millionen Euro - 2015 waren es im gleichen Zeitraum 270 Millionen Euro gewesen. Der Konzernchef interpretiert das Zwischenergebnis so: "Dieses starke operative Ergebnis resultiert vor allem aus gesteigerten Absatzmengen, einer schlankeren Kostenstruktur und einem verbesserten Produktmix innerhalb der Segmente des 'neuen' Lanxess. Das zeigt: Mit unserer Neuausrichtung haben wir eine leistungsstarke und effiziente Aufstellung geschaffen und sind mit den richtigen Produkten in den richtigen Märkten unterwegs."

Ein Wermutstropfen bleibt: Das Geschäft mit synthetischem Kautschuk bleibe schwierig, davon geht der Vorstandsvorsitzende aus. Das zeigten jetzt auch die Zahlen: Im Segment Arlanxeo, dem Joint Venture mit Aramco, sanken die Umsätze um 14,1 Prozent auf 670 Millionen Euro (2015: 780 Millionen). Dementsprechend geringer fiel das Ebitda aus: 95 Millionen stehen 116 aus dem Vorjahr gegenüber. "Belastend wirkte der anhaltende Preisdruck bei synthetischen Kautschuken. Darüber hinaus wirkte sich ein Produktionsausfall bei einem Großlieferanten in Asien negativ auf das Ergebnis aus", hieß es. Die 50-Prozent-Beteiligung Saudi Aramcos an Arlanxeo hat Lanxess erstmal beim Schuldenabbau geholfen. Denn durch die Zahlung von 1,2 Milliarden Euro sanken die Nettofinanzverbindlichkeiten zum Ende des zweiten Quartals auf 198 Millionen Euro (Dezember 2015: ca 1,2 Milliarden Euro). Im Mai stockte Lanxess das deutsche Pensionsvermögen mit 200 Millionen Euro auf. Finanzchef Michael Pontzen: "Unsere Bilanz ist jetzt stark und solide."

Quelle: RP
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