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Wegen Fahrverbot auf A1-Brücke
Laster weichen auf Rheinfähre aus und mogeln beim Gewicht

Wegen Fahrverbot auf A1-Brücke: Laster weichen auf Rheinfähre aus und mogeln beim Gewicht
Die Rheinfähre Leverkusen-Hitdorf fährt vier Mal in der Stunde nach Köln-Langel und zurück. FOTO: Uwe Miserius
Seit zwei Monaten hindern Lkw-Sperren zu schwere Fahrzeuge an der A1 daran, auf die Leverkusener Rheinbrücke zu gelangen. Einige Fahrer weichen auf die Rheinfähre Hitdorf aus. Auch dort nehmen sie es mit dem Gewicht ihrer Lkw nicht so genau.  Von Sebastian Fuhrmann, Leverkusen

Die Rheinfähre Hitdorf darf bis zu 60 Tonnen Ladung transportieren, mehr als 40 sollten es dann aber doch nicht sein. "Die Fähre ist nicht mehr die Jüngste, wir müssen gut auf sie achten", sagt Fährführer Tan Minh Nguyen. Viel zu schwere Fahrzeuge nimmt die Belegschaft deswegen nicht mit. 

Lkw-Fahrer, die das wissen, haben in der Vergangenheit versucht, die von der Fähre gesetzte Gewichtsgrenze von 30 Tonnen pro Fahrzeug zu umgehen - indem sie logen. "Es gibt Leute, die beim Gewicht schummeln", sagt Kapitän Nguyen. Im schlimmsten Fall drohe Lügnern Fährverbot. "Haben wir den Verdacht, dass ein Fahrzeug zu schwer ist, fragen wir schon mal nach den Papieren." 

Einige Schummler schafften es in der Vergangenheit auf die Fähre. Das hatte auch mit den Umständen zu tun, erzählt Nguyen. Der Laster stand schon halb auf der Ladefläche, und erst als sich die Fähre unter dem Gewicht senkte, merkten die Mitarbeiter, dass der Transporter viel schwerer war, als es sein Fahrer angegeben hatte. "Wir haben ihn trotzdem mitgenommen", sagt Nguyen. "Was sollen wir auch machen, wenn das Fahrzeug als erstes in der Reihe steht und dahinter mitten im Berufsverkehr eine Schlange von Autos wartet?"

Mehr Lkw nutzen Fähre

Die Zahl der Lastwagen, die täglich an den Anlegern der Rheinfähre warten, sei in den vergangenen Wochen gestiegen, sagt Nguyen. "Es kommen vor allem 7,5- und 20-Tonner." Der Grund dafür liegt auf der Hand. 

Ende September eröffnete NRW-Verkehrsminister Michael Groschek die erste von insgesamt vier Lkw-Sperren an der maroden Leverkusener Rheinbrücke. Die Sperren hindern Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen daran, auf die Brücke zu gelangen. Wer zu schwer ist und über den Rhein will, muss umdenken. Viele wählen die Fähre. Sie pendelt pro Stunde viermal zwischen Köln-Langel und Hitdorf – im Feierabendverkehr sogar noch häufiger. 

Für die Fähre bedeutet das erhöhte Lkw-Aufkommen Umsatzeinbußen. Eine Fahrt mit dem Auto kostet 3,20 Euro, die Überfahrt mit einem Lkw ab 7,5 Tonnen 18,50 Euro. Ein Lkw nehme aber Platz für acht bis zehn Fahrzeuge mit, rechnet Nguyen vor. Acht Pkw würden zusammen 25,60 Euro zahlen – also deutlich mehr als ein Lkw.

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