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Leverkusen
Lastwagen passen problemlos durch die Lkw-Sperre vor der A1

Leverkusen: Lastwagen passen problemlos durch die Lkw-Sperre vor der A1
Dieser Lkw-Fahrer hat alle Verbotsschilder ignoriert und sich trotzdem Richtung Rheinbrücke in die (noch nicht fertige) Schrankenanlage gewagt. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. 4,5 Millionen Euro kosten die vier Sperren vor der Rheinbrücke. Offensichtlich schrecken sie Lkw-Fahrer nicht ab. Pkw-Fahrern bescheren sie weitere Staus. Von Susanne Genath

Eigentlich sollen die neuen Lkw-Sperren samt Verengungen an und auf der Autobahn A1 Lastwagen davon abhalten, illegal über die marode Rheinbrücke zu fahren. Das ist bislang nicht der Fall. Denn Lastwagen passen problemlos hindurch, wie sich an der fast fertigen Sperre im Spaghettiknoten - am Übergang von der A59 auf die A1 - zeigt. Und manche Fahrer sind sich noch nicht einmal einer Schuld bewusst. "Mein Navi hat mich hier entlanggeführt", erklärte gestern ein Ertappter unserer Redaktion.

Mehr als 4,5 Millionen Euro kosten die vier Sperranlagen beidseits des Rheins. Bezahlt werden die Schranken aber nicht von ertappten Fahrern oder Speditionen - bis zu 150 sind es am Tag -, sondern vom Bund und damit vom Steuerzahler. Ein vertretbares Vorgehen? "Die Allgemeinheit muss darunter leiden, dass ein paar Deppen das Fahrverbot missachten", bestätigt Dr. Roman Suthold vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC). "Aber es gibt keine Alternative, das ist das Traurige."

Eine Fahrt durch die Lkw-Sperre vor der A1-Rheinbrücke

Oberstes Ziel sei es, die Brücke noch bis mindestens zum Jahr 2020 am Leben zu halten. "Mit jedem Lkw, der drüber fährt, kann der bestehende große Riss größer werden. Es können auch neue Risse entstehen." Das gelte es zu verhindern. Denn dann müsse das Bauwerk möglicherweise komplett gesperrt werden. "Die paar Lkw-Fahrer, die sich nicht ans Überfahrtsverbot halten, schaden ihrem ganzen Berufsstand", sagt Suthold.

Dem Pkw-Verkehr sowieso. Schon jetzt müsse man mindestens 20 Minuten mehr einplanen, wenn man über die Rheinbrücke wolle. Mit Inbetriebnahme der Sperranlagen würden die Staus sicher zunehmen.

Zumal auch ganze Spuren wegfallen, wie im Spaghettiknoten. Dort gibt es - von der A59 aus Düsseldorf kommend - statt vier Spuren nur noch zwei: eine nach Köln und eine nach Dortmund. Dadurch werden auch die Fahrer ausgebremst, die gar nicht auf die Rheinbrücke abbiegen wollen, sondern bislang geradeaus weiterfahren konnten.

Laut Timo Stoppacher, Sprecher vom Landesbetrieb Straßenbau (Straßen.NRW), wurde über die Anordnung der Spuren im Autobahnkreuz Leverkusen-West viel diskutiert. "Da es in der Vergangenheit in diesem Bereich immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen kam, wurde von allen beteiligten Behörden - Polizei, Bezirksregierung Köln und Straßen NRW - entschieden, den Verkehr aus Gründen der Verkehrssicherheit dort nur einspurig zu führen."

Wegen der Bauarbeiten für die Sperren ist die Auffahrt von der Rheinallee auf die A1 bis nächsten Dienstag jeweils von 22 bis 5 Uhr gesperrt. In Köln ist die Zufahrt vom Kreisverkehr Emdener Straße Richtung Auffahrt Köln-Niehl in den Nächten ab heute bis Freitag, 7. Oktober, gesperrt.

Quelle: RP
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