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Leverkusen
Lauterbach: "Bürger müssen für den Tunnel jetzt auf die Straße "

Leverkusen. Morgen, 12 Uhr, soll sich Leverkusen gegen die geplante Superstelze A1 wehren: Die Bürgerinitiative LIV ruft zur Kundgebung vor dem Rathaus auf. Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach mahnt: "Die Leverkusener müssen jetzt für den Tunnel aufstehen." Von Ludmilla Hauser

Karl Lauterbach wird deutlich: "Das Signal aus dieser Stadt wird in Berlin nur gehört, wenn die Bürger rausgehen, wenn sie demonstrieren, wenn sie sich zeigen - sonst haben wir in der Politik wenig Gewicht." Denn in Berlin gebe es in Sachen Tunnellösung für die A1 in Küppersteg derzeit nur wenig Bewegung.

Obwohl die beiden Leverkusener Bundestagsabgeordneten beteuern, stetig für die Tunnellösung statt einer Megastelze zu kämpfen - in der eigenen Fraktion, in den Ausschüssen und Gremien. Den Leverkusenern müsse bewusst sein, dass es hier um die Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte gehe. "Die Lärm- und Luftbelastung durch eine Stelze wären eine Hypothek, die die Leverkusener jahrelang belastet", sagt der SPD-Politiker, der morgen ab 12 Uhr auf jeden Fall dabei sein will bei der Kundgebung "Tunnel statt Stelze" der Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung (LIV).

Auch Helmut Nowak, CDU-Bundestagsabgeordneter für Leverkusen, will am Mittag kommen: "Es muss sich langsam unter den Leuten mal rumgesprochen haben, dass es wichtig ist, dass wir den Tunnel bekommen. Die Zerschnittenheit der Stadt durch die Autobahnen könnte man dadurch etwas kompensieren."

Unterdessen hat Peter Westmeier, Sprecher der LIV, ein "Gefühl, dass es morgen gut wird. Mehr Werbung als wir für diese Kundgebung gemacht haben, geht nicht. Wenn die Bürger jetzt nicht kommen... ", betont er.

Bei der ersten Demo für den A1-Tunnel in Küppersteg kamen im Mai 2015 rund 1500 Teilnehmer - aber über Zahlenprognosen will sich Westmeier nicht auslassen. "Ich möchte, das der Rathausplatz voll wird", äußert er. Seit der Ratssitzung im Januar werde über dieses Thema emotional in der Stadt diskutiert. Und auch die Zustimmung von Chemparkleiter Ernst Grigat zum Beschluss des A1-Dialogforum, die Stadt möge ein Gutachten in Auftrag geben, das klärt, welche Voraussetzungen der Tunnel erfüllen müsste, damit Gefahrguttransporter durchfahren können, habe ihn positiv überrascht.

Grigat hatte Ende 2015 dies als Currenta-Standpunkt betont: Käme ein Tunnel oder ein gedeckelter Trog als Stelzen-Ersatz, und Gefahrguttransporte dürften aufgrund von Umweltbestimmungen nur zu bestimmten Zeiten oder gar nicht durch die A1-Untertage-Lösung geschickt werden, "haben wir ein Problem am Standort", erläuterte er.

Emotional soll es auch morgen Mittag werden: Das Gitarristen-Duo TwoManGroup spielt, LIV verkauft bestickte "Tunnel statt Stelze"-Schals (Kosten: zehn Euro), die ehemaligen Oberbürgermeister Hebbel, Küchler und Mende sprechen. Reinhard Buchhorn habe abgesagt, berichtet Westmeier.

"Die ganze Veranstaltung werden wir dokumentieren und an die Verkehrsminister Dobrindt (Bund) und Groschek (NRW) schicken. Lauterbachs Appell für morgen: "Ich rufe jeden Leverkusener auf, anwesend zu sein." Westmeier formuliert es mit einem Zitat aus einem Höhner-Lied: "Wenn nicht jetzt, wann dann?!"

Quelle: RP
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