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Leverkusen
Lauterbach stärkt Kombi-Lösung

Leverkusen: Lauterbach stärkt Kombi-Lösung
Für seine Argumentation zu Feinstaubbe- bzw.- entlastung in der Stadt zieht Karl Lauterbach eine Studie der Harvard School of Public Health heran. FOTO: UM
Leverkusen. Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach warnt abermals vor den gesundheitlichen Schäden der Feinstaubbelastung. Um den Durchschnittswert in Leverkusen zu senken, soll die Kombi-Lösung her. Von Tobias Brücker

Weil der Feinstaub in Leverkusen laut Lar Lauterbach erschreckend hohe Durchschnittswerte aufweist, will der Leverkusener SPD-Bundestagsabgeordnete nicht nur die Initiativen der Stadt, die sich für eine Luftverbesserung einsetzen, einen, sondern auch viele weitere Maßnahmendurchsetzen. Eine davon: eine Straßenbahn von Köln-Deutz über -Mülheim bis nach Wiesdorf und Opladen. Mittwoch informierte Lauterbach dazu im Forum.

Um seinem Vorhaben Nachdruck zu verleihen und aufzuzeigen, welch gesundheitliche Folgen für den Menschen entstehen, stützt sich der Mediziner auf eine relativ neue wissenschaftliche Untersuchung der Harvard School of Public Health aus Boston. Diese umfasse 60 Millionen US-Amerikaner, die von 2000 bis 2012 bei 22 Millionen Todesfällen beobachtet und untersucht worden seien. "Es handelt sich dabei um eine extrem saubere Studie", betonte Lauterbach.

Die ergab: Es gebe keinen unteren Schwellenpunkt. Jede Konzentration von Feinstaub sei schädlich. Ebenso gebe es keinen oberen Schwellenwert, ab dem die Schädlichkeit gleich bliebe. Raucher seien daher ebenso stark betroffen wie Nicht-Raucher, sagte Lauterbach.

Und: Der höchste durchschnittliche Wert, der für die Studie verwendet wurde, liegt bei 16 Mikrogramm pro Quadratmeter. In Leverkusen seien es aber bereits 20 Mikrogramm - besorgniserregend, findet der SPD-Gesundheitsexperte. Rechne man nun die Werte der Studie auf Leverkusen um, so komme folgendes Ergebnis heraus: Bei 200 Sterbefällen seien 140 vermeidbar, wenn die Belastung auf zehn Mikrogramm sinken würde. Ein Wert, den der Bundestagsabgeordnete erreichen möchte: "Das halte ich für realistisch."

Dafür müsse allerdings unter anderem die Kombi-Lösung - also langer Tunnel unterm Rhein und kleinere A 1-Brücke - umgesetzt werden, an der es weiterhin Zweifel ob der Machbarkeit gibt. Die will Lauterbach ausräumen: "Wir brauchen ein unabhängiges Gutachten", betonte er. Auch, um die verhärteten Fronten zwischen den verschiedenen Initiativen zu erweichen. Dafür brauche es jedoch einen Gutachter, der in seiner bisherigen Laufbahn noch keine Beurteilung für Straßen.NRW oder die hiesigen Initiativen verfasst habe. Ein wissenschaftlicher Beirat solle jenen Gutachter ernennen. "Ich biete mich an, in diesem Beirat zu sitzen", sagte der Sozialdemokrat. Im Oktober müsse der Gutachter ernannt werden, damit dessen Arbeit im Februar abgeschlossen werden könne. Dann nämlich würden die Bagger rollen, Eingriffe könnten nicht mehr rückgängig gemacht werden. Fünf Fragen gelte es zu klären: • Wie riskant ist der Eingriff in die Dhünnaue? • Muss für die Kombi-Lösung die A1 gesperrt werden? • Ist ein Eingriff in die Deponie vermeidbar? • Entstehen Schleichwege durch die Stadt und wie können sie vermieden werden? • Bauzeit.

Und auf noch einem Thema hat Lauterbach in Sachen Gesundheitsbelastung ein Auge: Es dürfe keine A 1-Raststätte in Leverkusen geben.

Quelle: RP
 
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