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Leichlingen
Leichlinger Geschäfte im Visier von Einbrechern

Leichlingen. Vor wenigen Wochen, bei der Präsentation der Unfallstatistik für das Jahr 2009, hatte Landrat Rolf Menzel aus seiner Unzufriedenheit mit der Bilanz keinen Hehl gemacht. Gestern, bei der Vorstellung der Kriminalitätsentwicklung im zurückliegenden Jahr, war das anders. Mit Genugtuung registrierte Menzel den Rückgang der Straftaten im Rheinisch-Bergischen Kreis um 1134 Fälle (entspricht einem Minus von 7,8 Prozent). Von Stefan Schneider

Damit rückte der Kreis in der Statistik für ganz Nordrhein-Westfalen vom siebten auf den vierten Platz vor. "Aber wir wollen in die Champions League", kündigte der Landrat schmunzelnd an. Bedeutet: Künftig soll der Kreis in puncto Sicherheit unter die besten Drei.

Gute Bilanz im Kreis

Dass dies gelingt, wollen die Beamten durch Konzentration auf verschiedene Einsatz-Schwerpunkte sicherstellen. Dazu gehört, dass ein wachsames Auge auf Intensivtäter geworfen wird, dass die Jugendkriminalität im Blick behalten wird, und dass es intensive Kontrollen geben soll, um Wohnungseinbrechern das Handwerk zu legen.

Zu den größten Erfolgen im vergangenen Jahr gehörten die Festnahme eines in Bergisch Gladbach lebenden Dealers, der des Handels mit mindestens 85 Kilogramm Rauschgift überführt werden konnte, die zügige Ermittlung eines Mannes, der in Wermelskirchen ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt hatte, die Aufklärung einer Serie von Brandstiftungen in einem Bergisch Gladbacher Mehrfamilienhaus und das Dingfestmachen einer zehnköpfigen Einbrecherbande aus Leverkusen bzw. Köln, die querbeet im gesamten Gebiet des Rheinisch-Bergischen Kreises ihr Unwesen getrieben hatte.

Probleme in Leichlingen

So erfreulich die Gesamtbilanz auf Kreisebene auch ist (auch die Aufklärungsquote liegt mit 53,09 Prozent immer noch über dem Landesdurchschnitt von 50,8 Prozent) – in Leichlingen haben sich die Zahlen teilweise nicht so gut entwickelt. Unter dem Strich war gegenüber 2008 eine Zunahme von 92 registrierten Straftaten zu verzeichnen – von 1121 auf 1213 Fälle. Leichlingen gehört damit (neben Wermelskirchen und Overath) zu den drei Kommunen im Kreis, die einen Kriminalitätszuwachs haben. Den macht vor allem ein deutlicher Anstieg bei den Sachbeschädigungen aus. Hier gab es 40 Delikte mehr; in 2009 kletterte die Zahl auf 281.

Wenig Grund zur Freude hatten auch manche Leichlinger Ladenbesitzer, die Opfer von Einbrechern wurden. Konnte die Polizei in diesem Bereich in 2008 noch einen historischen Tiefstand von lediglich zwei Fällen melden, lag die Zahl in 2009 bei 20. Es wurden 449 Diebstähle aktenkundig (2008: 440), 114 Fälle von Körperverletzung (102), acht Sexualstraftaten (sechs) und sechs Fälle von Raub (fünf). Rückgänge gab es bei Diebstählen aus Autos (von 56 auf 42 Fälle), bei der Gewaltkriminalität (von 39 auf 28) und bei der Straßenkriminalität (von 339 auf 328). Die Zahl der Wohnungseinbrüche blieb mit 55 Delikten fast konstant (2008: 57).

Die Aufklärungsquote in Leichlingen ist gegenüber Kreis (53,09 Prozent) und Land (50,8 Prozent) unterdurchschnittlich. Sie lag bei 44,60 Prozent. Gut war die Rate bei den Körperverletzungen: von 114 Angriffen konnten 103 aufgeklärt werden.

Quelle: RP
 
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