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Leverkusen
Leitungswechsel im Amtsgericht gefeiert

Leverkusen. Ein Programm gibt es bei Veranstaltungen im Amtsgericht normalerweise nicht. Aber wenn hier sonst "Querschläger" zur Verhandlung auftauchen, dann spielen sie ja auch nicht Sambatitel oder Musical-Medleys wie die Marimba-Gruppe der Musikschule Leverkusen, die gestern Nachmittag den offiziellen Direktorenwechsel einläutete. Nicht nur das Personal aus dem Haus war dabei, als ihr alter Chef Hermann-Josef Merzbach nach 36 Berufsjahren in der Justiz und 15 Jahren als Direktor des Amtsgerichts in Opladen verabschiedet wurde. Unter den Gästen waren Abordnungen der Anwälte, der Notare, des Richterrats, aus Justiz, Verwaltung und der Gesellschaft. Von Monika Klein

Dass man sich während der Reden und Grußworte im Erdgeschoss des Amtsgerichts drängte und die Sitzplätze bei weitem nicht ausreichten, sah Roland Ketterle als Zeichen besonderer Wertschätzung. Der Präsident des Landgerichts Köln erklärte in seiner Ansprache auch, warum das so ist. Mit Merzbach werde ein Behördenleiter verabschiedet, den Zielstrebigkeit und Eigeninitiative auszeichneten. Er sei verbindlich, gewinnend, besonnen und habe stets Vertraulichkeit bewahrt.

Merzbach habe in seiner Laufbahn nahezu alle richterlichen Aufgaben erfüllt und sei insbesondere Kenner des Familien- und Betreuungsrechts. Ketterle nannte den scheidenden Amtsgerichtsdirektor den "Vater" der Reorganisation, der maßgeblich daran mitgearbeitet habe, die Strukturen in der Kölner Justiz zu straffen und moderner zu machen. Ein anderer Schwerpunkt Merzbachs war Streitschlichtung. Zu diesem Thema war er auch als Dozent unterwegs, was er im Ruhestand weiterführen werde. Außerdem sei Merzbach in der EU tätig gewesen, habe unter anderem in Rumänien am Aufbau der Justiz mitgewirkt.

Auch seine Nachfolgerin Dr. Ruth Reimann, die bereits seit Dezember den Platz am Direktorenschreibtisch übernommen hat, kann bereits auf eine lange Erfahrung in der Justiz zurückblicken. Sie begann ihre Laufbahn vor 23 Jahren am Landgericht Köln, war zwischenzeitlich einige Jahre in Leverkusen und in Brühl, wo sie zur aufsichtsführenden Richterin aufstieg. "Sie wissen selbstbewusst, was Sie wollen und wohin Sie wollen", sagte Ketterle. Die neue Direktorin sei eine temperamentvolle, kultivierte Persönlichkeit, von klarer Analyse geprägt, mit sozialer Kompetenz und ehrlicher Anteilnahme am Schicksal der schutzsuchenden Bürger. "Die Leitung wird Sie sehr in Anspruch nehmen", prophezeite Ketterle. Aber er habe keine Zweifel, "dass die Verantwortung bei Ihnen in den besten Händen ist."

Quelle: RP
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