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Leverkusen
Letzte Fachwerkhäuser verschwinden

Leverkusen: Letzte Fachwerkhäuser verschwinden
Anstelle dieser beiden Häuser entsteht ein Neubaukomplex an der Altstadtstraße mit acht Eigentumswohnungen. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. In der Opladener Altstadt ist eines der letzten Fachwerkhäuser abgerissen worden. Das Nachbarhaus muss ebenfalls für einen Neubau weichen. Vor allem ältere Opladener bedauern, dass die bergischen Fachwerkhäuser verschwinden. Von Gundhild Tillmanns

Eines der letzten Fachwerkhäuser der Opladener Altstadt wird ist jetzt vom Erdboden verschwunden. Das Fachwerkhaus Altstadtstraße 101 und das angrenzende mehrstöckige rote Backsteinhaus fallen den Abrissbaggern zum Opfer. An ihrer Stelle plant die Firma "Bauträger Schüller" aus Opladen einen Neubau mit acht Eigentumswohnungen.

Auf ihrer Homepage stellt die Baufirma das Objekt Altstadtstraße vor, auch mit grafischer Simulation. Das Architekturbüro Schlawohl -Wesselmann hat einen hellen, dreigeschossigen Baukörper mit ausgebautem Spitzdach auf gleicher Höhe mit der bestehenden Baulinie entworfen. Mit großen Fenstern und einer Mittelteilung durch hohe schmale Fenster wird sich der Baukörper zur Straße hin präsentieren.

Nach hinten hinaus sind Balkone zu jeder der acht Wohnungen und die gleichen großen Fenster wie an der Vorderfront zu einer Grünfläche hin geplant. Die Etagen sollen mit einem Aufzug erschlossen werden. Auch die Balkontüren seien barrierefrei geplant, heißt es in der Projektbeschreibung. Zur Planung gehören ferner eine Fußbodenheizung sowie eine Solaranlage für die Wasser und Heizung.

"Bauträger Schüller" wirbt für seine acht Eigentumswohnungen an der Altstadtstraße mit einer Art von Sogwirkung durch die Neue Bahnstadt Opladen. Wörtlich heißt es in der Projektbeschreibung: "Der Leverkusener Stadtteil Opladen besticht durch seinen guten Ruf als gut situiertes, aufstrebendes Wohnumfeld. Durch die Neue Bahnstadt und den Leverkusener Campus hat Opladen eine deutliche Aufwertung erfahren." Verwiesen wird auf die günstigen Verkehrsanbindungen mit dem neuen Bahnhof und mit Bussen, den Naherholungswert von Opladen und die fußläufig gut erreichbare Infrastruktur mit Einzelhandel, Dienstleistern, Kirchen, Ärzten und Schulen.

"Das Bild der Altstadt wandelt sich. Nun ist auch eines der letzten Fachwerkhäuser abgerissen worden", bedauert der 82-jährige Peter Lederle. Er wohnt seit seinem ersten Lebenjahr im elterlichen Haus an der Steinstraße. Von dort aus hat er mit Wehmut die Abrissarbeiten an der Altstadtstraße im Blick: "Als ich Kind war, gab es überall zwischen den Gebäuden an der Altstadtstraße noch Fachwerkhäuser. Die sind nach und nach alle abgerissen worden", beklagt er. Auch gegenüber dem griechischen Restaurant, das vormals ein Hotel gewesen sei, hätten mehrere Fachwerkhäuser einem Neubaukomplex weichen müssen, berichtet Lederer.

Der 82-Jährige erinnert sich auch noch daran, dass mit der Eingemeindung Opladens 1975 in der Altstadt sogar Straßennamen geändert werden mussten: "Die jetzige Münzstraße, wo an der Ecke über der leerstehenden Bäckerei die erste Marienschule untergebracht war, hat früher Lindenstraße geheißen", erzählt der Alt-Opladener. Aber nicht nur Fachwerkhäuser, auch ein Weinhandel und Garagen hätten in den vergangenen Jahren den Abrissbaggern und Neubauten weichen müssen, bedauert er.

Quelle: RP
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