| 10.39 Uhr

Rivalisierende Gruppen
Leverkusen: 27 Schlägereien in 90 Tagen

Schlägereien rivalisierender Gruppen in Leverkusen
Schlägereien rivalisierender Gruppen in Leverkusen FOTO: Teleact
Leverkusen. Die jüngsten Schlägereien rivalisierender Gruppen auf der Kölner Straße und in Nebenstraßen haben am vergangenen Wochenende wieder einmal für Aufsehen gesorgt. Drei Personen wurden verletzt, die Polizei musste mit starkem Kräfteeinsatz die Streitereien beenden. Von Peter Korn

Beide Gruppen der bis zu 58 Jahre alten Angehörigen fielen laut Polizei schon mehrfach durch handfeste Streits auf. Beobachter des Geschehens berichten, Samstagnacht seien in einer Shisha-Bar erst Stühle geflogen, dann die Fäuste. Selbst auf der Polizeiwache Opladen und am Remigius-Krankenhaus, wo Verletzte behandelt wurden, sollen sich Kontrahenten heftig gestritten haben.

Und dennoch: Die Polizei Köln betonte auf Nachfrage gestern noch einmal, solche Einsätze seien für eine Großstadt nichts Besonderes. Und Leverkusen sei auch kein besonders auffälliger Ort für größere Prügeleien. 27 Mal seien in der Zeit vom 19. Juli bis zum 20. Oktober in dieser Form die Fäuste geflogen, erklärte eine Sprecherin: "Für eine Stadt dieser Größenordnung ist das im mittleren Bereich."

Hinzu kamen laut Polizei weitere 20 Fälle von gefährlicher Körperverletzung. "Bei alldem muss man aber wissen, dass es sich hier um eine Zusammenstellung der Einsätze handelt, nicht um die Kriminalstatistik", argumentiert die Polizei. Soll heißen: "Es sind auch Fälle dabei, in denen die Beamten zwar gerufen wurden, beim Eintreffen am angeblichen Ort der Schlägerei aber überhaupt niemand mehr angetroffen wurde."

In jedem Fall sei es die Aufgabe der Streifenwagenbesatzungen, in solchen Fällen zunächst einmal deeskalierend zu wirken. Gelingt das nicht, steht den Polizisten allerdings auch einiges an Ausrüstung zur Verfügung, um sich zu schützen, und der Auseinandersetzung ein Ende zu bereiten. Unter anderem:

- Pfefferspray in kleiner und großer Menge

- Schutzhelm

- Dienstwaffe

- der so genannte ausziehbare Einsatz-Mehrzweckstock

Nicht alle Polizisten haben diesen Stock indes dabei, wie die Sprecherin auf Anfrage erläutert. "Wer ihn führen will, muss zunächst mal ein spezielles Training absolvieren." Dabei würden Abwehrtechniken ebenso eingeübt, wie bestimmte gezielte Schlagtechniken. Der Stock werde jedoch vorwiegend defensiv eingesetzt, das heißt knapp ausgedrückt: Angriff blocken und einen kurzen Gegenschlag setzen.

Polizisten, die mittlerweile im Ruhestand sind, erinnerten sich im Gespräch mit unserer Redaktion  daran, dass dieser Stock auch ganz besondere Wirkung haben kann. Denn wenn man damit zwischen die Schulterblätter haue, bleibe selbst dem aggressivsten Angreifer kurzzeitig die Luft weg.

Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.