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Leverkusen
Leverkusen-Ansichten in Hochglanz-Optik

Leverkusen. Dirk Trapphagen, Lehrer und Grünen-Politiker, zeigt seine Fotoarbeiten im Awo-Familienseminar. Von Monika Klein

Eigentlich ist es mehreren Zufällen zu verdanken, dass Dirk Trapphagen die Fotografie für sich entdeckte. Die neuesten Ergebnisse dieser Passion sind ab Freitag in den Räumen des Familienseminars der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Berliner Platz zu sehen.

Der engagierte Grünen-Politiker ist Bauingenieur für konstruktiven Hochbau. Vor acht Jahren wechselte er als Quereinsteiger in die Schule und unterrichtet inzwischen an der Rheindorfer Käthe-Kollwitz-Gesamtschule - eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat. Begonnen hat er seine Lehrer-Laufbahn an einer Düsseldorfer Hauptschule, wo man ihm die Leitung eines Kurses für digitale Bildbearbeitung überließ.

"Ich hatte noch nicht mal eine digitale Kamera", erzählt Trapphagen. Er lieh sich einen Apparat aus der Schule und übte erst einmal selbst. Vier Wochen hatte er Zeit, bis der Kurs begann. Ein holpriger Start, aber er hat sofort Feuer gefangen und seine Leidenschaft für das Hobby entdeckt. Er merkte, dass er den Blick für atmosphärische Landschaften, für architektonische Details oder besondere Fassaden hat. Oft ging er in seinem Stadtteil Rheindorf oder in Hitdorf auf Motivsuche, immer bestrebt, die schönen Seiten Leverkusens zu entdecken und im Bild aufzuwerten. Denn die Bearbeitung der eingefangenen Ansichten reizt ihn ganz besonders. So kann der Bauingenieur selbst Einfluss nehmen auf das Stadtbild und Gebäuden einen ganz eigenen Charakter geben. Ganz auffällig ist das bei den glänzenden Gehry-Bauten im Düsseldorfer Hafen, die für unzählige Bildbände, Postkarten und persönliche Erinnerungen abgelichtet wurden. Trapphagen hat sie so mit Farbe und digitaler Bearbeitung verändert, dass sie fast den morbiden Charme von Altbauten mit abblätterndem Putz tragen. In diesem Fall ließ er das Bild auf stumpfer, glanzloser Leinwand abziehen, was diesen Eindruck noch verstärkt.

Auf Hochglanz poliert hat er dagegen seinen Blick von der Rheindorfer Pontonbrücke auf Wuppermündung und Rhein, Autobahn inklusive. Die Graffiti auf den transparenten Seitenwänden wirken auf diese Weise geradezu edel, die grün getönte Landschaft mit spiegelnden Wasserflächen fast unnatürlich perfekt. Dieses Bild gehört zu den großformatigen Abzügen neben kleineren Werken, die übrigens mittlerweile nicht mehr mit der großen Kamera, sondern mit dem iPhone fotografiert werden.

Die Ausstellung "Aus meiner Sicht" mit bearbeiteten Fotografien wird am Freitag, 20. Mai, um 19 Uhr in der Alten Töpferei im Awo-Familienseminar, Berliner Platz 3, eröffnet und ist bis zum 8. Juli zu sehen.

Quelle: RP
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