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Bilder aus der Luft
Mit dem Dreirad über Leverkusen

Mit dem Dreirad durch die Luft
Mit dem Dreirad durch die Luft FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Der gebürtige Engländer John Baker fliegt regelmäßig mit einem "Trike" über die Stadt. Wir haben ihn auf einem seiner Flüge begleitet.  Von Dorian Audersch

Die "Dune du Pilat" an der französischen Atlantikküste ist die größte Wanderdüne Europas. John Baker hatte dort vor 22 Jahren ein nachwirkendes Erlebnis: Nachdem er den 110 Meter hohen Berg erklommen hatte, sah er einige Gleitschirmflieger im Küstenwind durch die Luft schweben. Wenn Baker heute seinen ersten Gedanken in diesem Moment beschriebt, sagt er: "Wie geil ist das denn?" Baker war verliebt. 

Seit diesem Erlebnis lässt ihn der Gedanke vom Fliegen nicht mehr los. Zunächst hatte er nicht das nötige Kleingeld, um Gleitschirmfliegen zu lernen. Das passierte erst knapp zehn Jahre später im Sauerland. In einem Schnellkurs lernte er, wie man durch die Luft gleitet. Seitdem hat er stetig dazugelernt, unter anderem in den Alpen. Inzwischen fliegt er besonders gerne mit Trikes, kann aber auch Segelflugzeuge und eine ganze Reihe anderer Fluggeräte bedienen.

Ein Trike? "Das ist wie ein Motorrad – nur in der Luft", sagt der gebürtige Engländer, der seit knapp 30 Jahren in Köln lebt. "Links und rechts ist alles frei, und man kann das Gerät fast so wendig steuern, als wäre es ein Vogel."

Im echten Leben Kulissenbauer

Fotos und Filme aus der Vogelperspektive sind ein Nebenerwerb von John Baker. Eigentlich ist er Kulissenbauer für Film- und Fernsehproduktionen, aber immer wieder ist er auch für Bayer unterwegs, um Veranstaltungen des Konzerns von oben abzulichten. Vorab war er unter anderem mit einem "Rucksackmotor" (nebst Propeller) oder anderen Fluggeräten unterwegs.

Das Trike ist ein motorisiertes Dreirad mit großem Propeller, an dem ein Schirm befestigt ist – ähnlich wie beim Gleitfliegen, nur eben mit einem Antrieb. "Man kann damit in verschiedenen Höhen fliegen und man ist vor allem nicht eingekapselt, sondern es ist in alle Richtungen offen", erklärt Baker. Zudem habe er die Möglichkeit, Bilder zu machen. "Für mich ist das Freiheit pur. Im Trike fühle ich mich freier als in jedem anderen Fluggerät."

Bis zu 6500 Meter hoch können die Trikes durch die Luft gleiten, wenn kein Flughafen in der Nähe ist. In deren Umfeld nämlich ist die Höhe gedeckelt auf maximal 2500 Fuß. Baker kümmert das ohnehin nicht. "Tieffliegen macht mir besonders Spaß – am besten so, dass man mit den Füßen noch die Baumspitzen kitzeln kann", sagt der Engländer, der mit 20 nach Köln kam. Eigentlich wollte er nur für einige Tage einen Freund besuchen und dann Richtung Südfrankreich weiterreisen. "Aber irgendwie habe ich mich in die Stadt verliebt, und ich bin hängengeblieben."

John Baker bietet auch Passagierflüge an. Wer Interesse hat, sollte nicht mehr als 100 Kilogramm wiegen und eine E-Mail an mail@johnstown.de schreiben. 

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