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Ausbau der Autobahn 1
Leverkusen baut Modell der Superstelze

Ausbau der Autobahn 1: Leverkusen baut Modell der Superstelze
Dienstag soll das Gerüst fertig sein. Die Stadt veranschlagte dafür rund 13.600 Euro - exklusive der Plakatierung gegenüber. FOTO: Miserius
Leverkusen. Die Autobahn 1 führt mitten durch Leverkusen. Bald soll sie ausgebaut werden. An den Plänen gibt es viel Kritik. Die Stadt Leverkusen will nun mit einer Simulation zeigen, welches Ausmaß die neue Stelze nach dem Autobahnausbau haben könnte.  Von Ludmilla Hauser

Monsterstelze - so haben die Gegner eine verbreiterte Hochlage der Autobahn 1 in Küppersteg benannt. Sie wollen lieber eine Tunnel- oder Trogvariante, in jedem Falle also eine Lösung, die den durch die A1 ohnehin zerrissenen Teil der Stadt nicht noch deutlicher zerschneidet. Die Emotionen kochen zu dem Thema mindestens ebenso hoch wie zum Bau der neuen A1-Rheinbrücke.

Die Politik begegnete im vergangenen Jahr dem Thema mit Sachlichkeit. Der Rat beschloss: Eine Simulation muss her, damit Politiker und Bürger sich ein Bild machen können von den tatsächlichen Ausmaßen einer breiteren Stelzenautobahn. "Die Stadt Leverkusen lässt an der heutigen Stelze an einer gut zugänglichen und neuralgischen Stelle (im Bereich der Bebauung Neuenhof/Stadion/Hotel) eine Installation errichten (Gerüst/Plakatwand), die geeignet ist, Umfang und Auswirkungen der Super-Stelze anschaulich zu dokumentieren. Diese Installation bleibt für einen gewissen Zeitraum bestehen, um Bürgern unserer Stadt, aber auch anderen externen Gruppen Gelegenheit zu geben, sich über das Ausmaß einer möglichen Superstelze zu informieren", heißt es im Ratsbeschluss.

"Nur so kann Bürgern verdeutlicht werden, welche Auswirkungen das hat" 

Seit Donnerstag wird das Stelzen-Modell im Bereich Neuenhof/Stadion aufgebaut. Bis Anfang kommender Woche sollen die Arbeiten fertig sein, meldet die Stadt, die das Projekt am kommenden Dienstag der Öffentlichkeit bei einem Termin mit Vertretern von Politik und Verwaltung vorstellen will.

Leverkusen: Ein Ortsbesuch an der Autobahnstelze

"Ich werde da so schnell wie möglich hingehen, um mir das anzuschauen", sagt Peter Westmeier, Sprecher der Bürgerinitiative Liv (Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung). Er ist sich sicher: "Nur so kann den Bürgern verdeutlicht werden, welche Auswirkungen eine Verbreiterung der Stelze hat." Peter Westmeier erinnert an eine Aktion der Initiative vor etlichen Jahren. Damals ging es um den Bau einer A1-Raststätte in Höhe Lützenkirchen/Steinbüchel. "Wir haben den ganzen Bereich, der von dem Bau betroffen gewesen wäre, mit Flatterband umzäunt. Viele Leute haben sich das angeschaut. Und erst da ist den meisten klar geworden, was der Bau bedeutet hätte. Die Bürger hat das damals beeindruckt." Gleiches kann er sich nun auch bei der Visualisierung der Stelzen-Verbreiterung vorstellen.

Autobahn würde nah an Stadionhotel rücken

Weil auf der Südseite der Stelze (also zu Forum/Arena/City hin) keine Wohnhäuser stehen, soll dort die Visualisierung auf eine Plakatierung beschränkt sein, denn hinzukommt dies: "Die Vergrößerung des Baukörpers ist nahezu deckungsgleich mit der Einzäunung des Trainingsfeldes der Fußballer von Bayer 04", heißt es im Beratungspapier für den Rat Ende vergangenen Jahres. Die Stadt will dort nun einen Bauzaun mit Banner aufstellen. Aber auch das "könnte zeigen, dass die Autobahn sehr nah ans Lindner-Hotel ranrücken würde", sagt Westmeier.

Auf der Nordseite, wo Wohnhäuser recht nah an der Stelze stehen, soll die Verbreiterung schmaler ausfallen, so hat die Stadt es aus Variantenentwürfen (Machbarkeitsstudie) der Autobahnbehörde Straßen.NRW entnommen. Die Maße der Simulationsstelze, die derzeit aufgebaut wird, sind: zehn Meter Länge, fünf Meter Breite, 11,10 Meter Höhe. "Ob das dann schon das richtige Maß dessen sein wird, was später gebaut werden könnte?", fragt Westmeier fast rhetorisch. "Erst bei einem möglichen Planfeststellungsverfahren werden wir die richtigen Maße erfahren. Ich schätze, dass es noch breiter werden wird." Dennoch: Das Simulationsgerüst findet der Leverkusener gut. "Denn wichtig ist, dass wir sehen, wie weit die Super-Stelze in Richtung Wohnsiedlung gehen würde."

Das Gerüst soll laut Stadt vier Wochen lang stehen. Auf der städtischen Internetseite, so hieß es im Dezember, soll es zudem eine Simulation der Schattenwürfe zu den verschiedenen Jahreszeiten geben.

Quelle: RP
 
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