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Leverkusen
Kirchendach droht wegen Wasserschaden einzustürzen

St.-Thomas-Morus: Dach droht einzustürzen
St.-Thomas-Morus: Dach droht einzustürzen FOTO: Hoffmann
Leverkusen. Ein Wasserschaden hat das Dach der Sankt-Morus-Kirche in Schlebusch so stark beschädigt, dass akute Einsturzgefahr besteht. Derzeit darf niemand die Kirche betreten. Gutachter müssen klären, ob das Dach noch zu retten ist.  Von Tobias Falke, Sebastian Fuhrmann und Ludmilla Hauser

In der Sankt-Thomas-Morus-Kirche in Schlebusch sind alle geplanten Veranstaltungen, auch der sonntägliche Gottesdienst bis auf weiteres abgesagt. Grund dafür ist ein Wasserschaden, der das Dach des Gebäudes so stark beschädigte, dass wohl akute Einsturzgefahr besteht. Derzeit darf niemand das Gebäude betreten. Die Stadt hat ein Betretungsverbot verhängt.

Nach Auskunft der Bauaufsicht der Stadt Leverkusen haben die Holzbinder in der Dachkonstruktion des Gebäudes versagt. Derzeit ist davon auszugehen, dass Regenwasser die Ursache für den Schaden am Gebäude ist. Genauere Details zu den Ursachen müssen Gutachter noch in Erfahrung bringen. Eine Sprecherin der Stadt teilte mit, dass es frühestens am Dienstag Klarheit darüber geben wird, ob das Dach noch zu retten ist. "Das Dachwerk soll mit einer Videokamera untersucht werden", sagte sie. "Wir müssen jetzt klären, ob das Gebäude noch zu stabilisieren ist. Wenn nicht, müssen wir die Kirche versiegeln, und das Dach muss von außen abgetragen werden", erklärte ein Sprecher der Feuerwehr.

Entdeckt hatte der Schaden ein Mitarbeiter der Kirche, als er am Dienstagmorgen eine Wasserpfütze im Altarraum entdeckte. Er alarmierte die Feuerwehr, die den Gefahrenbereich absicherte und feststellte, dass sich das Dach, das ohnehin schon zur Mitte hin nach unten ragt, um weitere etwa 30 Zentimeter abgesenkt hatte.

Zunächst pumpten Einsatzkräfte das Wasser ab, das sich auf dem Flachdach angesammelt hatte. "Ich gehe davon aus, dass wir hier mindestens bis zu den Abendstunden aktiv sind", sagte Einsatzleiter Martin Gäde, der auch für die Einsatzplanung und Einsatzorganisation der Feuerwehr Leverkusen zuständig ist, bereits am Morgen.

Vor Ort war bereits am Wochenende auch Hans-Jörg Ganslmeier, der seit acht Jahren in der Gemeinde als Diakon arbeitet. "Ich war am Sonntag mit den Sternsingern in der Kirche, um für deren Auftritt noch einmal alles durchzugehen. Da gab es plötzlich einen lauten Knall. Ich dachte erst, jemand der Sternsinger hätte eine Kniebank fallen lassen, so hörte sich das an", schilderte er seine Eindrücke, bei denen ihm im Nachhinein mulmig wird. Im Gedanken sei er, als es in der Kirche knackte, natürlich bei einem anderen Thema gewesen, so dass er gar nicht realisierte, was überhaupt passiert war – die Gruppe hatte Glück. "Im Nachhinein bin ich froh, dass Niemandem etwas passiert ist", sagte der Diakon.

Insgesamt waren am Dienstag sieben Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit rund 20 Mitarbeitern, das Technische Hilfswerk, und weitere Spezialisten wie Architekten und Statiker im Einsatz.

Die Kirche gehört zu den jüngeren Gotteshäusern in Leverkusen. Der erste Spatenstich erfolgte Mitte April des Jahres 1959, ein Jahr später wurde der Grundstein gelegt. Als sich Leverkusen in den 50 er Jahren stärker zur Industriestadt entwickelte, wuchsen die Wohngebiete, auch das rund um die heutige Morus-Kirche. Die dort lebenden Katholiken, so schreibt die Gemeinde über ihre Geschichte, wünschten sich ein Gotteshaus. Der Kölner Architekt Erwin Schiffer hatte das Gebäude entworfen. Im Juli 1962 wurde der Kirchenbau feierlich konsekriert.

(sef)
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