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Demo gegen A1-Raststätte in Leverkusen
"Diese Protestaktion war nur der Anfang"

Menschenkette mit Fahrrädern gegen A1-Raststätte
Menschenkette mit Fahrrädern gegen A1-Raststätte FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Rund 2000 Leverkusener bildeten am Samstag eine Menschenkette zwischen den angedachten Standorten einer A1-Raststätte. Oberbürgermeister Richrath rief zum Krachmachen bis Berlin auf. Die Initiative deutet weiteren Widerstand an. Von Gabi Knops-Feiler

Kuhglocken, Trillerpfeifen, Rasseln und Fahrradklingeln: Alles, was viel Lärm verursacht, hatten rund 2000 Menschen zur Demonstration mitgebracht. Schon vor dem Startschuss war das Getöse zunehmend angeschwollen. Aber der Krach, der danach folgte, war ebenso ohrenbetäubend wie eindrucksvoll. "Lasst ihn bis nach Düsseldorf und Berlin schallen", hatte Oberbürgermeister Uwe Richrath gefordert, der eigens früher von einer Reise zurückgekehrt und direkt vom Flughafen nach Lützenkirchen gekommen war, damit er an der Demo gegen die geplanten A 1-Raststätten teilnehmen konnte. Genau das war das Ziel. "Damit es bei den Verantwortlichen endlich klingelt", hieß es bereits in dem Aufruf zur Teilnahme.

Fast zwei Kilometer lange Kette gebildet

Als die Polizei am Samstag um Punkt 14.40 Uhr die stark befahrene Bruchhauser Straße sperrte, gaben Peter Westmeier, Organisator der Initiative "Lev kontra Raststätte" und Uwe Richrath das Startsignal. Dann stellten sich die meisten Demonstranten mit Fahrrädern, andere aber auch ohne, dazu einige Mütter mit Kinderwagen und Pänz mit Dreirädern, auf die Mitte der Straßen Blankenburg, Zehntenweg, Bruchhauser Straße, Hufer- und Fester Weg. Eine fast zwei Kilometer lange Kette schloss sich für kurze Zeit und verband die beiden Standorte Bürgerbusch und Lützenkirchen, an denen eine Raststätte entlang der Autobahn A1 vorgesehen ist.

Die Straße Blankenburg war fast schon überfüllt, dort standen die Protestler sogar beidseitig der Straße. "Gemeinsam wollen wir die Raststätte verhindern", verkündete Peter Westmeier von der Initiative "Lev kontra Raststätte" eingangs per Lautsprecher. Die einstimmige Resolution des Stadtrates sei zwar ein ungeheuer wichtiges Signal gegen die Planung. "Aber das größte Argument sind die Bürger und der Druck von der Straße", verdeutlichte er.

"Nicht alles nur in Leverkusen ansiedeln"

Zur Kundgebung waren neben Bürgern auch Politiker aller Parteien gekommen. Der Naturschutzbund konnte viele seiner Mitglieder aktivieren. Und die Bürgerinitiative "Netzwerk gegen Lärm" (NGL) war mit zehn Leuten per Rad angereist. "Wir gehen auf die Straße, weil die Raststätte ebenfalls ein belastendes Thema für Leverkusen ist", sagte Helmut Roth und forderte "vernünftige Planungen, damit nicht alles nur in Leverkusen angesiedelt wird."

Ähnlich argumentierte Erika Raczek, die ihr Fahrrad mit Protestplakaten versehen und sich schon vor fünf Jahren bei der ersten Demo aus demselben Grund auf die Straße gestellt hatte. "Zählen Gesundheit und Natur denn gar nichts?" fragte Irene Hammermayer provokativ. "Wir sind hier schon genug gestraft mit der Autobahn", sagte die Lützenkirchenerin. "Natur statt Beton" verlangten andere Anwohner per Banner und T-Shirts. "Vor vier Jahren haben wir hier gebaut, damit die Kinder im Grünen aufwachsen können. Jetzt wollen die uns das nehmen", schimpfte Corinna Laxy und protestierte mit Nachbarn und Freunden "für eine gesunde und sichere Zukunft unserer Kinder."

Mit Schutzmaske war Kurt-Josef Altmann unterwegs. "Um ein Zeichen gegen Staub und Schmutz zu setzen, der uns alle erreicht, wenn die Raststätte gebaut wird", erläuterte der Protest-Teilnehmer sein Utensil. Peter Westmeier, der die Zahl von gut 2000 Teilnehmern gestern nochmal bestätigte, lobt am Ende der Aktion die "rundum gelungene Veranstaltung" und ergänzte einen bedeutsamen Nachsatz: "Die Verantwortlichen in Land und Bund sollen wissen, dass diese Protestaktion nur der Anfang unseres Widerstandes ist."

Quelle: RP
 
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