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Heruntergekommener Wohnblock
"Schandfleck" in Leverkusen-Rheindorf bleibt

Leverkusen: "Schandfleck" in Rheindorf bleibt
Der Wohnblock am Königsberger Platz wirkt heruntergekommen. Die Fassade wurde offensichtlich lange nicht gereinigt. FOTO: Susanne Genath
Leverkusen. Die WGL will den Stadtteil mit Neubauten verschönen. An einem heruntergekommenen Privatgebäude am Königsberger Platz kann sie jedoch nichts ändern. Sie kommt nach eigenen Angaben nicht an den Eigentümer heran. Von Susanne Genath

Die Meinung zum großen, mit hellen Platten verkleideten Wohnblock am Königsberger Platz ist einhellig. "Das ist ein Schandfleck", sagen Passanten und Anwohner. "Auf der einen Straßenseite macht die WGL jetzt alles neu, doch das hässliche Gebäude bleibt. Das macht keinen Sinn", findet ein älterer Rheindorfer. Eine Seniorin ergänzt: "Das Gebäude muss ja nicht gleich abgerissen werden. Aber es sollte einmal gründlich saniert werden."

Dass etwas getan werden sollte, ist auch für Laien unschwer zu erkennen: Die hellen Platten sind an vielen Stellen verdreckt und dunkel geworden. Einige Stücke fehlen ganz, so dass die Backsteine darunter zu sehen sind. Glasbausteine neben einer Eingangstür sind herausgebrochen und geben den Blick in den Hausflur frei. Balkonverkleidungen sind von Taubenkot übersät. Ein Teil der Ladenlokale vor dem Wohnblock steht leer.

An einigen Stellen sind die Platten, die die Backsteinfassade darunter verdecken, schon abgeplatzt. FOTO: Susanne Genath

Eigentümer ist ein Immobilienfonds aus Luxemburg

Auch die Stadtverwaltung würde es begrüßen, wenn der Eigentümer endlich etwas an dem zentralen Gebäude am Königsberger Platz machte. "Aber wir kommen nicht an ihn heran", sagt Oberbürgermeister Uwe Richrath. Das Haus gehöre mittlerweile einem Immobilienfonds in Luxemburg. "Wir haben schon mehrfach versucht, mit jemanden von dort in Kontakt zu kommen. Zuletzt auf der Gewerbe--Immobilienmesse 'Expo Real' in München. Doch es gibt keinen Ansprechpartner." Die Betreiberstruktur habe sich geändert. Und das Interesse des Fonds an dem Rheindorfer Gebäude beschränke sich offensichtlich auf die Mieteinnahmen. So bleibe der Stadt nur, dem unschönen Anblick etwas Schönes entgegenzusetzen.

Einige Balkonverkleidungen sind übersät mit Taubenkot. Die Tiere lassen sich auch von Pickern und unechten Raben nicht abschrecken. FOTO: Susanne Genath

Rund 17 Millionen will die städtische Wohnungsbaugesellschaft Leverkusen (WGL) in den nächsten zwei Jahren in einen Neubaukomplex investieren - mit einem markanten turmähnlichen Gebäude zum Königsberger Platz hin (direkt gegenüber von dem sanierungsbedürftigen Wohnblock) und drei- bis viergeschossigen Gebäuden entlang von Inster- und Elbestraße.

28 der 61 Wohnungen werden öffentlich gefördert und für 5,75 Euro kalt pro Quadratmeter vermietet. Die Kaltmiete der übrigen Wohnungen soll bei über neun Euro pro Quadratmeter liegen. "Es ist gut, dass dort Sozialwohnungen gebaut werden", findet eine Anwohnerin. "Aber in die übrigen Wohnungen können doch nur reiche Leute ziehen. Das ist schade."

Mieter sollen Ende 2019 einziehen

Ende 2019 soll alles fertig und bezugsbereit sein. Eine Ankündigung, die einen Rentner schmunzeln lässt - auch wenn er das Bauvorhaben gut findet. "Die haben doch selbst gesagt, noch nicht einmal die Bauverträge unter Dach und Fach zu haben", sagt er. "Ich bin gespannt, ob ich die Fertigstellung noch erlebe."

Die WGL hatte erklärt, bis Ende des Jahres den Generalunternehmer-Vertrag geschlossen haben zu wollen. Die Suche nach einem geeigneten Partner sei aber nicht leicht, weil viele Baufirmen zurzeit längerfristig ausgelastet seien.

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Quelle: RP
 
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