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Leverkusen
Strecken-Radar soll Zahl der Unfälle auf der A1 reduzieren

Ein Toter bei Unfall auf der A1
Ein Toter bei Unfall auf der A1 FOTO: Uwe Miserius
Köln/Leverkusen. Eine Sonderkommission hat am Dienstag in Köln Maßnahmen beschlossen, die die Sicherheit auf der "Todesautobahn" verbessern sollen. Von Sebastian Fuhrmann

Eine Sonderunfallkommission bestehend aus Vertretern der Bezirksregierung Köln, der Autobahnpolizei und des Landesbetriebs Straßen.NRW hat am Dienstag Maßnahmen beschlossen, durch die die Zahl der schweren Unfälle auf der Autobahn 1 zwischen der Anschlussstelle Burscheid und dem Leverkusener Kreuz reduziert werden soll. Die Präsidentin des Regierungsbezirks Köln, Gisela Walsken, will sich "dafür einsetzen, dass eine Verkehrsüberwachung mittels Section Control vor dem Leverkusener Kreuz diskutiert wird", heißt es in einer Mitteilung.

Dienstag tagt die Unfallkommission zur A1

"Section Control" ist eine sogenannte Abschnittskontrolle, bei der die Geschwindigkeit von Fahrzeugen an zwei verschiedenen Messpunkten festgehalten wird. Anders als bei einer herkömmlichen Geschwindigkeitskontrolle geht es nicht um die punktuelle Geschwindigkeit, sondern die durchschnittliche, mit der ein Fahrzeug eine Strecke zurücklegt. Für Autofahrer ist diese Art der Tempokontrolle schwieriger zu überlisten als Blitzanlagen mit nur einer Messstelle. Wer weiß, wo Blitzer stehen, kann davor abbremsen und dann wieder Gas geben – die Section Control entlarvt diesen Trick. Österreich nutzt die Technik bereits seit Jahren, Deutschland hinkt hinterher. Diesen Sommer soll in Niedersachsen eine Teststrecke in Betrieb genommen werden, zum ersten Mal in der Bundesrepublik.

Beschlossen hat die Kommission, dass die Geschwindigkeitsbeschränkung für Fahrzeuge vor dem Kreuz Leverkusen um 1000 Meter vorgezogen wird. Hinter der Anschlussstelle Burscheid wird der Landesbetrieb Straßen.NRW zusätzlich zu den bereits acht bestehenden Stauanlagen eine beleuchtete Bodentafel mit Stauwarnung und Warn-Blitz einrichten. Die fest installierte Blitzanlage vor dem Autobahnkreuz soll bis Ende des Jahres fertig sein. Es werde geprüft, ob zwei mobile Blitzanlagen bis dahin die mobilen Polizeikontrollen ersetzen könnten. "Auf diesem Streckenabschnitt sind mit den nun angedachten Maßnahmen so viele Schilder installiert wie auf keiner anderen Strecke", sagte Walksen.

Transporter übersieht Stauende auf der A1 FOTO: Uwe Miserius

Die Unfallkommission war ins Leben gerufen worden, nachdem Ende Mai erneut ein Mensch bei einem schweren Unfall auf der Strecke ums Leben gekommen war. Beinahe im Wochentakt kommt es auf dem Streckenabschnitt zu schwersten Unfällen, die meist am Stauende passieren. Experten sehen in überhöhter Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer ein Problem, aber auch darin, dass für Lkw und Pkw unterschiedliche Geschwindigkeitslimits gelten. Autofahrer, die auf der rechten Spur fahren und die stehenden Fahrzeuge vor sich erst spät entdecken, haben es schwer, auf die mittlere Fahrbahn auszuweichen.

Ein weiterer schwerer unfall passierte erst am Dienstagmorgen auf dem Problemstück der A1: Ein Kleintransporter stieß am frühen Morgen gegen 4.30 Uhr in Fahrtrichtung Köln aus bislang ungeklärter Ursache mit einem Sattelzug zusammen. Der Fahrer des Transporters wurde schwer verletzt.

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