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Trickdiebstahl
30 neue Fälle von "falschen Polizisten"

Die Maschen der Trickbetrüger
Die Maschen der Trickbetrüger FOTO: dpa, frg fpt
Leverkusen/Köln. In Leverkusen und Köln haben es Täter auf Senioren abgesehen. Sie geben sich am Telefon als Polizisten aus und fordern die Angerufenen auf, ihnen Schmuck und Geld zu übergeben.

Die Polizei warnt vor Betrügern, die es insbesondere auf Senioren abgesehen haben. "Hier ist die Polizei! Bitte schließen Sie sofort Fenster und Türen. Es handelt sich um einen Notfall", so beginne in den meisten Fällen die Masche der sogenannten "falschen Polizisten" am Telefon. Sie haben es den Beamten zufolge auf die Ersparnisse von Senioren abgesehen haben. Nachfragen und Anmerkungen der Angerufenen würden durch die Täter mit Nachdruck im Keim erstickt. Dann heiße es nämlich sofort: "Haben Sie die Fenster und Türen schon geschlossen?"

Seit vergangener Woche ermitteln Kölner Kriminalbeamte nach eigenen Angaben in etwa 30 neuen Fällen dieser Seniorenabzocke in Leverkusen und Köln. Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher liegen. Vollendete Delikte seien in den vergangenen sieben Tagen nicht angezeigt worden.

Auf dem Telefon steht Nummer 110

Die Täter lösten bei den Angerufenen ganz bewusst Sorge, Angst und extreme Verunsicherung aus. Letzte Zweifel würden dann durch die Anrufer mit dem Hinweis auf das Telefondisplay beseitigt. Mit technischen Hilfsmitteln gelinge es den Tätern, die Nummernfolge "0221 110" auf dem Telefon des Angerufenen anzeigen zu lassen. Mit dem Hinweis auf die Zahl "110" nutzten die Betrüger gezielt das Vertrauen der Menschen in die Polizei aus. "Die Opfer werden im weiteren Verlauf des Telefongesprächs aufgefordert, Schmuck und Bargeld an einen Zivilpolizisten zu übergeben", teilt die Polizei Köln mit. "Der Abholer übernimmt die Wertgegenstände und entkommt regelmäßig unerkannt."

Deshalb sei es wichtig, dieses Thema immer wieder mit Senioren zu besprechen. "Seine Eltern, Freunde oder älteren Nachbarn über diese Masche aufzuklären und gezielt davor zu warnen, kann ein effektiver Schutz sein", erklärt Christoph Heinen, Leiter des zuständigen Kriminalkommissariats. Ob die seit Wochenbeginn angezeigten Taten auch den aus der Türkei agierenden Rockern zuzurechnen sind, wird derzeit geprüft. Die Ermittlungen dauern an.

(sug)
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