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Leverkusen
"Leverkusen wehrt sich gegen die Mega-Stelze"

Fotos: Bürger und Politik fordern "Tunnel statt Stelze"
Fotos: Bürger und Politik fordern "Tunnel statt Stelze" FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Für Leverkusener Verhältnisse haben sich viele Bürger an dem Protestmarsch "Tunnel statt Stelze" beteiligt. Die Mehrheit der Leverkusener interessiert sich für das Thema immer noch nicht. Wenn aber die Bagger mal rollen werden, wird das Geschrei möglicherweise groß sein. Von Jim Decker (Text) und Uwe Miserius (Foto)

Peter Westmaier (63) ist "sehr zufrieden". Rund 2000 Leverkusener (Schätzung Westmeier) demonstrierten am Samstag gegen einen Neu- und Ausbau der Stelzenautobahn (A1) durch Küppersteg. "Wir wollten ein Zeichen setzen. Das ist angekommen", glaubt Westmeier, der die Demo für die "Leverkusener Initiative für Verkehrsplanung" (LIV) organisierte. "Ein guter Anfang ist gemacht."

Die Demonstranten marschierten die Bismarckstraße ab BayArena herunter und versammelten sich zu einer Kundgebung direkt an der Stelzenautobahn. An dem Protestlauf nahmen unter anderem Vertreter der Leverkusener Ratsgruppen sowie von Umweltschutzorganisationen teil. Die Stelzen-Gegner trugen teils T-Shirts mit dem Slogan "Tunnel statt Stelze", den sie immer wieder auf der Wegstrecke skandierten. Um die Proteste gegen den Ausbau der Stelze zu unterstützen kamen auch die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach (SPD) und Helmut Nowak (CDU) sowie Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (CDU). "Wir müssen kämpfen, damit die Stelze verschwindet", sagte Buchhorn vor den Demonstranten: "Wir senden heute ein Warnsignal: Leverkusen wehrt sich gegen die Mega-Stelze."

Die Verlegung der A1 in einen Tunnel sei das Ziel. Buchhorns persönliche Einschätzung: "Die Chancen sind gut." Ähnlich kämpferisch pflichtete ihm Karl Lauterbach bei: "Der Tunnel ist nicht die "bessere, der Tunnel die einzige Lösung." Gesundheitsexperte Lauterbach betonte, Lärm und Feinstaub seien eine reale Gefahr. Außerdem forderte er die Leverkusener Bürger auf, den Protest fortzuführen. Erst am Freitag habe er, Lauterbach, mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) über das Projekt gesprochen. Der habe versichert, auch die Untertunnelung der A1 werde untersucht. Diese unterirdische Variante werde vermutlich deutlich teuerer als ein Ausbau der Stelze.

Lauterbachs Bundestagskollege Helmut Nowak sagte, das Hauptproblem am Tunnel sei die Technik, nicht der Preis. Straßen.NRW prüfe alle Modelle gleichberechtigt. Ende Mai soll eine Machbarkeitsstudie zur A1 vorliegen. In einem separaten Gutachten soll die Sicherheit von Gefahrguttransporten in einem Tunnel erläutert werden. Organisator Peter Westmeier, der den Demonstrationsmarsch gemeinsam mit den Leverkusener Polit-Größen anführte, betonte, es gehe auch um den geplanten Ausbau der A3. "Da sind Enteignungen möglich. Das dürfen wir nicht vergessen." Zunächst will LIV die Machbarkeitsstudie abwarten. Der Protest gehe, wie auch immer, aber weiter.

"Ich denke, wir können die Mobilisierung steigern", sagte Westmeier im Gespräch mit unserer Zeitung. Zu den Bemühungen der Politiker sagte er, sie würden an ihren Ankündigungen gemessen. Die immer wieder aufkommende Preisfrage sei zynisch - immerhin seien anderswo schon Tunnel nur aus Naturschutzgründen gebaut worden.

Quelle: RP
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