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Leverkusen
Rossmann zieht auf den Rialto-Boulevard

Leverkusen-Wiesdorf: Rossmann zieht auf den Rialto-Boulevard
Der Rialto-Boulevard bekommt mit Rossmann einen neuen Mieter. FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Eine Filiale der Drogeriemarktkette Rossmann wird Ende des Jahres auf rund einem Drittel der Fläche des Rialto-Boulevards eröffnen. Für den Markt wird eigens ein Lastenaufzug eingebaut. Von Jim Decker

Noch steht der Rialto-Boulevard in Wiesdorf teils leer. Nach dem verheerenden Brand im Juli letzten Jahres ist zwar meist der normale Geschäftsbetrieb in die Läden zurückgekehrt. Ein Großteil der betroffenen Fläche wird aber noch saniert. Der Grund: "Ende des Jahres wird die Firma Rossmann dort eine Filiale eröffnen", sagt Wolfgang Mues, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL). 525 Quadratmeter Verkaufsfläche wird die neue Rossmann-Filiale bieten. Das ist rund ein Drittel der insgesamt 1444 Quadratmeter, die der Boulevard insgesamt bietet.

Die Zahl der Mieter reduziert sich durch die Zusammenlegung von vier Geschäftsflächen von 18 auf 15 Mieter. Für Rossmann wird eigens ein Lastenaufzug, eine Anlieferzone unterhalb der Brücke am Europaring und eine Außentreppe angelegt. Diese Dinge benötige der Drogerist, sagt Muess. Ohne die Ladezone sei keine Vermietung möglich. Die Stadt sei kooperativ bei der Umsetzung gewesen.

Mietvertrag zunächst für zehn Jahre

"Mehrere hunderttausend Euro wird das kosten, aber unter 500.000", verrät der WGL-Chef. Wer Firmen wie Rossmann anwerben wolle, müsse eben investieren. Der Mietvertrag läuft zunächst über zehn Jahre – plus drei Optionen über je fünf Jahre. Per Vertrag ist zudem festgesetzt, dass nur 30 Prozent der Schaufensterfläche mit Werbung bestückt werden dürfen. So soll das Erscheinungsbild des Boulevard übersichtlich gehalten werden.

Die Akquise des neuen Großmieters geht mit einem Konzept einher, das die Attraktivität der Brücke steigern soll. "Wir werden das Glasdach öfter reinigen, außerdem ist eine schönere Bepflanzung geplant", sagt Mues. Dazu gehört auch die Verbesserung der Sicherheit. "Der Boulevard soll nicht durch Störungen belastet werden, die im Umfeld von Bahnhöfen durchaus vorkommen", deutet er an.

Außerdem würden weitere Lokalzusammenlegungen geplant – allerdings nur mit Zustimmung der Bestandsmieter. Die seien froh, dass die leerstehende Fläche endlich wieder besetzt werde. Mues rechnet mit einem guten Geschäft für beide Seiten. Der Drogerist werde für mehr Laufkundschaft sorgen. Bereits jetzt sollen bis zu 12.000 Personen pro Tag die Brücke zwischen dem Bahnhof Leverkusen-Mitte und der Wiesdorfer Innenstadt überqueren.

Die meisten Mieter waren nicht gegen Ausfall nach Brand versichert

Dies sei auch nötig, schließlich seien die Geschäfte gebeutelt. "Wir als WGL haben eine Gebäude- und eine Mietausfallversicherung. Die meisten Mieter waren aber nicht gegen den Geschäftsausfall versichert." Die WGL erließ zwar unter anderem zwei halbe Monatsmieten, "schwere Zeiten" seien es trotzdem gewesen. Die WGL kostet der Brand rund 1,2 Millionen Euro.

Mues freut sich außerdem, "Herr im Haus" geblieben zu sein. Die öffentlich diskutierte Vergabe des Boulevards an die Bahn sei unter anderem gescheitert, weil die Bestandsmieter sich dagegen gewehrt hätten. "Mit Rossmann müssen wir den Vergleich zu ähnlichen Passagen der Deutschen Bahn aber nicht mehr scheuen", sagt Mues.

 

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