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Leverkusen
Stadt will gefährliche Kreuzung entschärfen

Leverkusen will gefährliche Kreuzung entschärfen
Viele Radlerfahren an der Kreuzung Hardenbergstraße/Alte Landstraße häufig "kreuz und quer", sagt der städtische Verkehrsexperte Laufs. FOTO: uwe miserius
Leverkusen. Eine Autofahrerin hat in der vergangenen Woche an der Kreuzung Hardenbergstraße/Alte Landstraße einen Radfahrer erwischt. Der Mann war laut Augenzeugen radelnd in die Kreuzung eingefahren. Von Ludmilla Hauser

Die Autofahrerin konzentrierte sich offenbar auf den vier- und zweirädrigen Verkehr, der von links und rechts kam und bemerkte wohl nichts vom Fahrer auf dem dritten Radweg, der von schräg gegenüber der Ausfahrt Hardenbergstraße an die Kreuzung führt und dort endet. Die Zeugen berichteten auch, dass noch während der Unfallaufnahme weitere Fahrradfahrer "von schräg" flott in den Kreuzungsbereich einfuhren. Eigentlich ist fürs Queren eine eingezeichnete Verkehrsinsel vorgesehen. Doch die "nutzt nicht jeder Radfahrer, leider", sagt Friedhelm Laufs vom Straßenverkehrsamt.

2009 habe an selber Stelle ein sehr ähnlich verlaufener Unfall stattgefunden, berichtet Laufs. Schon damals sei überlegt worden, wie die Situation dort entschärft werden könne. Denn: Ein weiteres Schild, das vor schräg kreuzenden Radfahrern warnt, an dieser Ecke aufzustellen, funktioniere nicht so einfach, sagt Lauf: "Dann würde ich mit dem Schild vor etwas warnen, was gar nicht erlaubt ist, und so würde ich das schräge Einfahren vom Fahrradwegende auf die Alte Landstraße legalisieren", erläuterte der Verkehrsfachmann.

Um die Straße zu Überqueren sei jene markierte Insel vorgesehen - die scheint vielen Radfahrern aber zu viel "Umweg" zu bedeuten, weil sie nicht auf dem direkten Weg liegt. Aus gutem Grund: "Der Bereich erschien zu unübersichtlich, deswegen wurde die Insel dort nicht markiert", sagt Laufs. Er selbst hat sich nach der RP-Anfrage den Kreuzungsbereich eine halbe Stunde lang angesehen. Ergebnis: Zwei Leute nahmen ungefähr denselben Weg wie der verunfallte Radler, fuhren schräg. Er stellt generell fest, dass viele Radler häufig "kreuz und quer" führen, teils - auch aus Unwissenheit - manche Regeln im Straßenverkehr nicht auf sich beziehen, obwohl sie's müssten. Laufs verweist im Zusammenhang mit "kreuz und quer" fahren auf das Thema Radfahren in Fußgängerzonen, das viel diskutiert wurde.

Weil das Warnschild rechtlich nicht geht, Laufs an der Kreuzung Hardenberg-/Alte Landstraße aber helfen möchte, will er das Thema bei der nächsten Sitzung der Unfallkommission erörtern. Vielleicht sei ein Hinweis möglich, der auf die Unfallgefahr mit Radfahrern hinweist, ähnlich dem Schild, das an der Kreuzung Willy-Brandt-/Karl-Carstens-Ring aufs "Spurhalten" hindeutet.

Die laut Laufs ohnehin schon nicht geringe Anzahl von Unfällen mit Radfahrern könnte sich in den kommenden Jahren noch erhöhen. Denn: "Die Polizei geht davon aus, dass die zunehmende Zahl der Elektro-Bikes zum Problem werden könnte. Die Räder fahren schneller, als mancher Umsteiger das mit seinem bisherigen Rad konnte. Die Frage ist: Schaffen auch ältere Leute diesen Umstieg, haben sie bei höherem Tempo das Rad noch im Griff,?", formuliert Laufs Fragen an die Zukunft.

Quelle: RP
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