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Leverkusen
Leverkusener fahren kleinere Motoren

Leverkusen. 35,1 Prozent der Autofahrer hier sind mit Motoren unter 1,4 Litern unterwegs, aber dennoch nicht immer langsam. Von Peter Korn/teb

Jeder zweite Leverkusener hat mittlerweile ein Auto. Das belegt eine neue Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes. Auf 1000 Einwohner in der Stadt (vom Baby bis zum Hundertjährigen) kommen demnach 522 Pkw.

Was in dem Zahlenwerk allerdings besonders auffällt: Die Motoren werden immer kleiner. 15,6 Prozent der Autos in Leverkusen haben einen Motor mit mehr als zwei Litern Hubraum. 35,1 Prozent sind mit Motoren unter 1,4 Litern unterwegs. Der Rest liegt dazwischen und damit in der Klasse zwischen 1400 und 1999.

Betrachtet man die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr, fällt ebenfalls auf, dass es die größten Verkaufs-Zuwächse bei den kleinen Motoren gibt. 28 318 Pkw unter 1,4 Litern waren 2014 in Leverkusen im Betrieb, in diesem Jahr sind es bereits 29 450. Keine andere Klasse hat diese Zuwächse.

Wer jetzt jedoch glaubt, die Entwicklung dokumentiere einen Trend zu weniger PS und niedrigeren Spitzengeschwindigkeiten, wird von Experten eines Besseren belehrt. Experten wie Professor Ferdinand Dudenhöffer von der der Universität Duisburg-Essen.

Er hatte schon im vergangenen Jahr festgestellt: Seit 1949 waren die Motorleistungen der verkauften Neuwagen nicht so groß wie in den ersten vier Monaten des Jahres 2014. Der in Deutschland verkaufte Durchschnitts-Neuwagen hatte eine Motorleistung von 141 PS. Ein neuer Rekordwert.

Sogar BMW hat seinen neuen "Dreier" mit einem Dreizylinder-Motor ausgerüstet - was ihn nicht davon abhält, hohe Tempowerte zu erreichen. "Die Motoren sind zwar kleiner, aber durch moderne Turbos aufgeladen, das macht sie deutlich leistungsfähiger", sagt Dudenhöffer auf Anfrage unserer Zeitung.

Beispiel: Der Golf R 400 etwa schafft satte 400 PS mit gerade einmal zwei Litern Hubraum. Moderne Fertigungstechniken ermöglichen viel höhere Verbrennungsdrücke, mit denen sich mehr PS aus den Aggregaten herausquetschen lassen. "Nicht immer tut das der Lebensdauer der Motoren gut", heißt es dazu allerdings in Auto-Fachmagazinen.

Autopapst Dudenhöffer macht allerdings auch klar, dass nicht die Hersteller selbst das so genannte Downsizing, also das Verkleinern der Motoren, erfunden haben. " Das ist eine Reaktion auf eine Richtlinie der Europäischen Union", verrät der Professor - und die hat immerhin bewirkt, dass der Kraftstoffverbrauch dieser Fahrzeuge deutlich zurückgegangen ist. Ganz ohne Hubraum kommen nach den Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes in Leverkusen übrigens lediglich sieben Pkw aus.

Sie fahren ausschließlich mit Strom. Der Trend geht allerdings zurück - wenn es ihn je gab. Im vergangenen Jahr waren immerhin noch neun Elektroautos in Leverkusen unterwegs.

Quelle: RP
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