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Berichte von Anwohnern
Leverkusener fürchten sich vor bissigen Hunden

Leverkusener fürchten sich vor bissigen Kangals in Hitdorf
Ein Hund der Rasse Kangal (Symbolfoto). FOTO: Christoph Schmidt/dpa
Leverkusen. Mehrere Kangals machen in Leverkusen-Hitdorf Probleme. Wie Anwohner berichten, brechen die Tiere eines Transportunternehmens immer wieder aus und beißen Hunde. Nun soll Oberbürgermeister Uwe Richrath helfen.  Von Susanne Genath

Mehrere Hunde der Rasse Kangal bereiten Hitdorfern Probleme. Anwohnerin Daniela Hackenbroich berichtet von mittlerweile vier Vorfällen, bei denen die Kangals eines Transportunternehmers von der Quarzstraße Hunde aus der Nachbarschaft zerbissen hätten. Auch Gerd Bringmann sieht das Problem nicht gelöst. Sein eigener Hund war Anfang des Jahres von einem der Kangals angegriffen und so schwer verletzt worden, dass er vier Wochen ärztlich behandelt werden musste. Seine Frau erlitt einen Schock.

Hundebesitzer haben Angst

Anfang November seien plötzlich zwei der fremden Tiere ohne Halsband und menschliche Begleitung auf seinem Hof aufgetaucht und hätten vor dem Haus herumgeschnüffelt. "Keiner der auf dem Hof Anwesenden wagte sich zu rühren", erzählt er. Nachdem die Kangals das Gelände von sich aus verlassen hätten, seien sie etwa einen Kilometer weiter an einem Feld über einen kleinen Hund hergefallen. Das habe er in einem Internetforum gelesen. Er habe sowohl die Polizei angerufen und sich mehrmals ans Ordnungsamt gewandt. "Passiert ist aber nichts", sagt Bringmann enttäuscht.

"Dabei haben wir Hundebesitzer hier nach wie vor Angst um unsere Tiere." Er kann nicht verstehen, wie Hunde, die offensichtlich so gefährlich seien, einfach immer wieder ausbüxen dürften, ohne dass der Halter von den Ordnungsbehörden zur Rechenschaft gezogen werde. Zivilrechtlich habe er schon längst einen Anwalt eingeschaltet.

Die Stadt weist von sich, nichts zu unternehmen. Die Fälle seien dem Ordnungsamt sehr wohl bekannt. Drei Bürger hätten sich mittlerweile bei der Stadtverwaltung über die Kangals beschwert. Man stehe deshalb im Dialog mit dem Hundehalter. Die Folge der Gespräche: "Der Besitzer hat zwei der vier Tiere verkauft", berichtet Stadtsprecherin Julia Trick. Während des Verladens der verkauften Hunde sei es Anfang November dazu gekommen, dass die zwei verbliebenen Tiere entwischt seien und unter anderem auf Bringmanns Hof herumstreunen konnten. "Mit dem Halter wurde nun vereinbart, dass er ein Sicherungssystem - eine Art Schleuse - für seinen Hof einrichtet, damit die Tiere nicht mehr einfach ausbüxen können."

Oberbürgermeister soll helfen

Den Hitdorfern reicht dies nicht. Sie wollen demnächst mit dem Stadtoberhaupt über das Problem mit den Kangals sprechen. Im Rahmen der Bürgersprechstunde treffe sich am 11. Dezember um 17 Uhr eine Gruppe mit Oberbürgermeister Uwe Richrath, teilt Daniela Hackenbroich mit. Es könnten auch noch weitere betroffene Hundebesitzer hinzukommen, sagt sie.

Gerd Bringmann überlegt zudem, eine Eingabe an den nordrhein-westfälischen Landtag zu machen. Denn die Einstufung der Kangals als "ungefährlich" sei vor rund 15 Jahren getroffen worden. "Da kannte man die Tiere in Deutschland vermutlich kaum." Bringmann hält die Hunde, die in der Türkei gezüchtet werden, für sehr gefährlich. Im Mai 2017 hatte im Kreis Sigmaringen ein Kangal eine 72-Jährige totgebissen.

Quelle: RP
 
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