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Leverkusen
Lise-Gymnasium schließt zwei Baustellen

Leverkusen: Lise-Gymnasium schließt zwei Baustellen
Seit neun Monaten als Schulleiter am Lise-Meitner-Gymnasium im Einsatz, aber gestern erst offiziell eingeführt: Dr. Wolfram Schrimpf mit Schulamtsleiterein Carolin Maus in der neuen Schulbibliothek. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Die Schule feiert doppelten Neuanfang: Erstens ist nach eineinhalb Jahren die Sanierung des Gebäudetrakts fertig geworden. Zweitens wurde Schulleiter Schrimpf offiziell ins Amt eingeführt - das er schon seit neun Monaten ausübt. Von Ludmilla Hauser

Den Blick der Festgäste lenkte Ferno Löppenberg bei seiner Rede zunächst auf den Boden. "Schauen Sie mal genau hin", forderte er auch die städtische Schulamtsleitern Carolin Maus auf. Was sie und die übrigen Gäste da sahen, ist das, was Lehrer Löppenberg wurmt: ein ziemlich abgenutzter Bodenbelag. Positiv formuliert: Die Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums könnte die nächste Baustelle an der Schule werden. Eine andere hat das Gymnasium gerade hinter sich gebracht - die Sanierung des Gebäudetrakts 2, deren Kosten bei 2,6 Mio Euro veranschlagt waren. Seit Herbst 2013 entstanden dort 18 neue Räume, unter anderem ein Selbstlernzentrum und eine aufgefrischte, nun auch repräsentative Bibliothek. Dafür mussten die Oberstufenschüler und Lehrer in der Bauphase ihren Unterricht an drei Standorten, unter anderem an der Schule Görresstraße, abhalten und somit weit(er)e Wege in Kauf nehmen. Mitten in der Bauzeit kam der Neue: Dr. Wolfram Schrimpf übernahm - just von einem achtjährigen Aufenthalt in China zurückgekehrt - den Posten des Schulleiters. "Ich stand gerade mit meiner Frau, meiner Tochter, 120 Kilo Gepäck und zwei Katzen in Frankfurt am Flughafen, als ich mein Handy anmachte und drei Anrufe von der Bezirksregierung vorfand", erinnerte Wolfram Schrimpf an Juli 2014. Einen Monat später begann er als neuer Leiter des "Lise". Seine offizielle Amtseinführung fand neun Monate später, nämlich gestern, statt - eben zusammen mit der "Baustelle-Completed-Party", weil es vorher terminlich einfach nicht gepasst habe, merkte Dr. Martin Kupsch, Schuldezernent von der Bezirksregierung, an. Dass Schrimpf beide Feiern zusammenlegte, zeuge von dessen Pragmatismus.

Den hat Schrimpf auch schon in der Schule bewiesen - er ließ sich von der Schulband "Totally Underpaid" (zu deutsch: absolut unterbezahlt) zum gemeinsamen Spiel verführen: Schrimpf ist vernarrt in seine E-Gitarre.

Gestern überzeugten die Band und weitere Lise-Schüler auch ohne den Schulleiter auf der Bühne, als sie die mitunter von kurzen Grußworten zu längeren launigen Lobesreden erweiterten Ansprachen von Bezirksregierung, Stadt, Eltern- und Lehrerrat mehr als untermalten.

Für seinen Abschied in den Ruhestand hat sich Löppenberg vom Lehrerrat beim Fest mit Blick zum 49-jährigen Schrimpf noch etwas gewünscht: Dass er, Löppenberg, nach den wechselvollen Jahren in der Führung der Schule nicht noch einmal einen neuen Schulleiter begrüßen muss.

Quelle: RP
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