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Leverkusen
Literarischer Heimatabend von der "Mistakamdie" bis zum Künstlerbunker

Leverkusen. "Heimatabend" mit Markus Danner: Der Kölner Autor mit Leverkusener Wurzeln hat zahlreiche Zuhörer in der Buchhandlung Noworzyn mit auf einen literarischen Rundgang durch Opladen genommen. Aus seinem Buch "111 Orte in Leverkusen, die man gesehen haben muss", hatte er Ansichten der ehemaligen Kreisstadt ausgewählt, mit Fotos und interessanten Geschichten unterlegt. Das Schöne daran: Auch die Besucher waren offenbar großteils alteingesessene Opladener, denn sie steuerten ihre eigenen Erinnerungen bei. "Wir haben damals zwar in Alkenrath gewohnt, aber am Wochenende war ich immer in Opladen", erinnerte sich Danner. Er kenne es deshalb wie seine Westentasche. Von Ina Bodenröder

Sein Rundgang begann am alten Bürgermeisteramt in Küppersteg, führte über das ehemalige "Einkaufparadies" des Raiffeisenmarktes am Rande der Neustadt zunächst bis zum Künstlerbunker in der Karlstraße. Die Erinnerungen an dieses mächtige Bauwerk zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges schienen bei vielen noch lebendig zu sein: Eine Zuhörerin berichtete von Flakhelferinnen in ihrer Verwandtschaft, die auf dem Hochbunker Dienst leisten mussten.

Über mehrere Stationen führte Danners Weg vorbei an der Campusbrücke zur neuen Bahnstadt ("Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.") samt Ledigenheim. Dort sollte früher offenbar für "züchtiges Wohnen" alleinstehender Männer gesorgt werden, das Pendant in Wiesdorf waren die sogenannten "Bullenklöster". An die Abenteuer seiner Kindheit erinnerte sich Danner am ehemaligen Kesselhaus, denn auf seinem Weg nach Opladen nahm er früher den Weg mitten durchs Ausbesserungswerk. "Der Blick in die riesigen Werkstätten war toll", sagte er.

Einen literarischen Stopp legte er auch bei der sogenannten "Mistakademie" ein. Das war laut einem Zuhörer früher der Spitzname der Landwirtschaftsschule von 1914 auf der Düsseldorfer Straße. An ihren Schulweg fühlte sich eine Besucherin beim Anblick der alten "Himmelsleiter" am Wupperufer erinnert, der steilen Treppe, die noch heute auf den Wupperhang führt. Fehlen durften bei Danners Streifzug weder der Friedenberger Hof ("einzige Höhenburg auf Leverkusener Stadtgebiet") noch ein Ausflug in Opladens Vorzeigesiedlung Ruhlach. Außerdem machte er über viele Etappen Abstecher zur Rheinischen Apfelkraut-Fabrik Wirtz und Söhne in Bergisch Neukirchen und ins Diepental, bevor er über die Balkantrasse schließlich wieder in Opladen auf der Schillerstraße ankam.

Quelle: RP
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