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Marodes Bauwerk in Leverkusen
Lkw-Fahrern drohen jetzt 500 Euro Strafe auf der A1-Brücke

Das ist die Lkw-Sperre auf der A1
Das ist die Lkw-Sperre auf der A1 FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Ursprünglich sollte die Strafe 1000 Euro betragen, dann 750. Jetzt sind es 500 Euro: So viel müssen Lastwagenfahrer zahlen, die weiter über die für Lkw gesperrte Leverkusener Brücke fahren wollen. Außerdem drohen ihnen zwei Monate Fahrverbot. Von Susanne Genath

Das hat die Bezirksregierung Köln bekanntgegeben. Die neuen Strafen seien für alle Vorfälle anzuwenden, die sich ab dem 19. Oktober ereignet hätten, heißt es. Grundlage ist ein neuer Bußgeldkatalog. Die "Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit wurde am 30. Mai veröffentlicht und danach Schritt für Schritt umgesetzt.

Wörtlich heißt der neue Tatbestand im Bußgeld-Katalog: "Verkehrseinrichtungen zum Schutz der Infrastruktur". Belangt werde, wer "vorschriftswidrig ein Verbot für Kraftwagen mit einem die Gesamtmasse beschränkenden Zusatzzeichen oder eine tatsächliche Höhenbeschränkung nicht beachtet, wobei die Straßenfläche zusätzlich durch Verkehrseinrichtungen gekennzeichnet ist".

Bisher galt ein Bußgeld von 75 Euro

"Wir sind jetzt dabei, die Info-Flyer für Lkw-Fahrer zu ändern", berichtet Sabrina Kieback, Sprecherin von Straßen NRW. Der Landesbetrieb sei ebenfalls diese Woche von der Bezirksregierung über die neuen Bußgelder informiert worden. Bisher galt ein Bußgeld von 75 Euro.

Man sehe die erhöhte Strafe positiv, weil dadurch endlich marode Bauwerke besser geschützt werden könnten. Wichtig sei auch das zweimonatige Fahrverbot. "Bislang konnten die Speditionen den Fahrern sagen: ,Fahr einfach über eine gesperrte Brücke, wir zahlen das Bußgeld‘. Wenn aber die Fahrer jetzt immer zwei Monate ausfallen, kann sich das eine Spedition auf Dauer nicht mehr leisten."

Sperranlage steht seit gut einem Jahr

Durch die Sperranlagen an der Autobahnbrücke zwischen Leverkusen und Köln ist die illegale Querung seit gut einem Jahr fast nicht mehr möglich (wenn nicht eine Schranke mutwillig durchbrochen wird). Das wissen aber immer noch nicht alle: Nach wie vor werden laut Straßen NRW bis zu 100 Lastwagen jeden Tag an den vier Schrankenanlagen gestoppt und abgeleitet, obwohl schon etliche Kilometer vorher Schilder darauf hinweisen, dass Lastwagen die Brücke nicht mehr nutzen dürfen.

Das neue Bußgeld gilt nicht nur für die A1-Brücke, sondern bundesweit für bedrohte Verkehrsbauwerke. "Zum Beispiel ist auch die A40-Rheinbrücke bei Duisburg marode", sagt Kieback. Sie sei deshalb für Lastwagen über 40 Tonnen gesperrt. Weil auch dort die Verbotsschilder alleine nicht ausreichten, würden Anfang 2018 dort ähnliche Sperranlagen wie in Leverkusen und Köln errichtet.

Verhängt werden auch die neuen Bußgelder nicht vom Landesbetrieb Straßenbau, sondern von den Städten, auf deren Gebiet sich die maroden Bauwerke befinden. Bei der A1-Brücke sind dies die Städte Leverkusen und Köln. 

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